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Die digitale Transformation erreicht das Innere von Microsoft

11.06.2015

Eric Schott schildert seine Eindrücke nach der Ignite-Konferenz über die digitale Transformation bei Microsoft.

Die Zukunft ist digital - und Microsoft kann diese Nachfrage befriedigen.

Vor kurzem war ich Teil einer 15-köpfigen Mannschaft, die Campana & Schott auf der Microsoft Technologiekonferenz Ignite in Chicago vertrat. An jedem Konferenzabend traf sich das Team bei einem Bier zur gemeinsamen Nachlese. Zusammengesetzt aus den individuellen Eindrücken ergab sich ein sehr klares Bild: die digitale Transformation hat Microsoft erreicht.

Und das Überraschende - im Mittelpunkt der Transformation stehen die Organisation und die Zusammenarbeit der Menschen bei Microsoft. Wie äußert sich das? Während früher die Konferenzen unter dem Eindruck einzelner großer Release- oder Produkt-Einführungen standen, gab es diesmal eine Vielzahl kleinerer Überraschungen. Und das ist kein Zufall oder Mangel an Innovation, sondern das neue Normal.

Tiefgreifendster Wandel seit 20 Jahren

Microsoft wandelt sich, so unsere Einschätzung, in ein zunehmend agiles Unternehmen. Selbst Pivoting, also die Bereitschaft, Geschäftsmodelle ausgehend von geänderten Kundenanforderungen massiv umzubauen, ist für Microsoft kein Fremdwort mehr. In der Konsequenz entsteht ein sportlicher interner Wettbewerb. Verschiedene Teams und Produktgruppen engagieren sich im Wettbewerb um die beste Lösung für ein Problem. Und entscheiden wird der Kunde.

Und es bleibt nicht bei einem internen Wettbewerb. Gerade hat Microsoft mit der App Wunderlist ein Berliner Start-up-Unternehmen erworben. Warum? Microsoft bemüht sich seit längerer Zeit, Lösungen im Bereich Work Management auf den Markt zu bringen, sozusagen am unteren Rand des Projektmanagements. Nach unserer Einschätzung hat Microsoft durch den Zukauf die Palette erweitert und gezielt einen neuen Player von außen hinzugenommen, um gegenüber der internen Entwicklung wertvolle Zeit zu gewinnen. Primär mag es um eine neue Lösung gehen. Bei genauerem Hinsehen hat Microsoft damit aber auch Innovationen, Mitarbeiter und den Arbeitsstil der Generation Y eingekauft und in das eigene Unternehmen injiziert. Dies wird nicht ohne Folgen für die eigene Arbeitsweise bleiben ...

Welche Trends sehen wir?

Trotz allem geht es aber bei Microsoft letztlich um Software-Lösungen. Hier zeichnen sich, insbesondere mit Blick auf Social Collaboration, folgende Trends ab:

  • Die Cloud bildet den Innnovationsmotor - noch mehr als früher stellt Microsoft neue Funktionalitäten zunächst über die Cloud bereit, und erst zeitversetzt und mitunter nicht in vollem Umfang on premise - hier stellvertretend das neue Microsoft Project 2016
  • Aber Microsoft realisiert auch, dass in der nächsten Zeit hybride Lösungen den Großteil der Implementierungen ausmachen werden
  • Salesforce.com hat zwar das erste Übernahmeangebot von Microsoft abgelehnt, aber das wird nicht das letzte Wort der Beteiligten gewesen sein ...
  • Mit Infopedia zeichnet sich eine neue Option für das interne Wissensmanagement ab
  • Für die unternehmensinterne Vernetzung von Mitarbeitern gibt es eine interessante Variante: Delve und die sogenannte People Page (als Alternative zur MySite in SharePoint)
  • Mit den Office 365 Groups zeichnet sich eine weitere, vielversprechende Option für Social Collaboration ab. Hier entsteht Entscheidungsbedarf: SharePoint, Yammer, Office 365 Groups oder Outlook + Skype - welche Lösung ist die passende für den konkreten Bedarf?
  • Für die organisationsübergreifende Zusammenarbeit kann 'External Sharing' als Kombination von SharePoint und OneDrive eine gute Variante sein

Abschließend eine Bemerkung in eigener Sache: mit den oben beschrieben Entwicklungen muss sich aus Sicht von Campana & Schott auch das Beratungsverständnis wandeln. Natürlich wird es immer punktuelle Beratungs- und Einführungsprojekte geben. Neu ist aber, dass Unternehmen Beratung auch als laufenden Service beziehen werden. Im Zeitalter der Cloud ist eine kontinuierliche, laufende Begleitung des Kunden erforderlich: Welche neuen Funktionen lohnen sich für den Kunden? Welche neuen Lösungen sollte er evaluieren oder einführen? Ich freue mich auf diese Veränderung.

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