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Neue Wege der Zusammenarbeit: Wie sich große Unternehmen mit Startups zusammentun

30.08.2016

Immer mehr große Unternehmen müssen ihren Innovationsgrad steigern und eine Unternehmenskultur entwickeln, die kollaboratives und agiles Arbeiten fördert. Um dies zu erreichen, entwerfen sie spezielle Startup-Programme, auch „Innovationslabore“ genannt.

Durch diese Programme soll eine Kooperation großer Unternehmen mit Startups auf regelmäßiger und geführter Basis entstehen. Die größte Herausforderung hierbei ergibt sich aus dem konkreten Rahmen der Projekt-Zusammenarbeit zwischen sehr kleinen (und neuen) und sehr großen (und etablierten) Unternehmen.

In einer Kooperation zwischen Campana & Schott und der TU Berlin haben wir versucht herauszufinden, was solche Projekte für alle beteiligten Parteien erfolgreich macht und welche Art der Zusammenarbeit am vielversprechendsten ist. In einer Reihe von Fallstudien wurden Entscheidungsträger, Personen der Geschäftsleitungs-Ebene, Startup-Programm-Manager sowie teilnehmende Startup-Unternehmen interviewt. Hier sind die Top drei Erkenntnisse:

Strategische Ziele bestimmen Konzeption und Erfolg von Startup-Programmen

Die Konzeption der Zusammenarbeit in den Startup-Programmen hängt stark von den zugrundeliegenden strategischen Zielen ab. Die etablierten Unternehmen müssen eine ganz klare Vorstellung davon haben, welche und wie viele Startups ausgewählt werden sollen, wie und wie lange man sich (finanziell) verpflichten möchte und wie man mit den Startups zusammenarbeiten möchte. Die beabsichtigten Ziele können in a) „harte“ Ziele wie ein vielfältiges Innovationsportfolio oder Kundenzugang und b) „weiche“ Ziele wie einen beabsichtigten Kulturwandel aufgeteilt werden. Laut den Fallstudien-Ergebnissen scheint es ein bewährtes Vorgehen zu sein, sich zunächst auf ein Ziel zu konzentrieren und später mehrere zu kumulieren.

Für Kulturwandel sind Networking, offene Kommunikation und internes Marketing unerlässlich

Ein Kulturwandel ist, neben Innovationskraft, die zentrale Zielsetzung vieler Unternehmen. Um nachhaltigen Wandel zu erreichen, wurden a) das Networking, b) eine offene Kommunikation und c) das interne Marketing als Hauptantriebskräfte für den Erfolg identifiziert. Networking findet typischerweise an drei Kontaktpunkten zwischen dem etablierten Unternehmen und den beteiligten Startups statt: bei gemeinsamen Events, in der täglichen Interaktion und über die digitalen Netzwerke. Events werden durch das Startup-Programm (oder das Innovationslabor) organisiert und bringen Mitarbeiter und Startups zusammen. Tägliche Interaktionen, z.B. in einem gemeinsamen Co-Working Space, fördern die Interaktion und halten Gespräche am Laufen. Die digitalen Netzwerke helfen dabei, Diskussionen zu organisieren und deren Reichweite zu vergrößern, z. B. über Standorte und Unternehmenseinheiten hinweg. Dabei ist es wichtig, dass die Führungsspitze bei all den genannten Treibern für einen kulturellen Wandel kontinuierlich persönliches Engagement zeigt.

Hybride Innovationslabore helfen dabei, die Verbindung zwischen Startup-Programmen und Firmen herzustellen

Startup-Programme weisen oft eine organisatorische und/oder geografische Distanz zu ihren „Mutterunternehmen“ auf. Das macht es schwierig Innovationen umzusetzen und zu „verdauen“, die von einem spezifischen Startup-Unternehmen ausgehen. Manchmal führt eine geringe Sichtbarkeit der Entwicklungen des Startups dazu, dass Mitarbeiter und deren Unternehmenseinheiten nicht über Neuheiten informiert oder eingebunden werden, was wiederum die Innovation und den Wandel hemmt. Die Ergebnisse der Fallstudien zeigen, dass es ratsam ist eine hybride (digitale und physische) Innovationseinheit um eine digitale Plattform mit echten, repräsentativen Räumen im Herzen des Unternehmensgeschehens aufzubauen.

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Fazit

Insgesamt ist ein enger Austausch zwischen großen Unternehmen und aufstrebenden Startups ein vielversprechender Weg, Innovation zu fördern und einen Kulturwandel zu initiieren. Für beide Seiten bedeutet dies ein Weg mit vielen Lernprozessen, um noch stärker von gemeinsamen Projekten profitieren zu können. Ein Weg, den wir mit unserer Leidenschaft für neue Formen der Zusammenarbeit in und zwischen Unternehmen weiter beschreiten werden.

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