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Use Cases gesucht? Communities!

02.10.2015

Dr. Eric Schott erläutert die Relevanz von Communities und zeigt, welche Erfolgspotenziale in deren Einsatz liegen.

Die Bedeutung von Communities in der Social Collaboration: Bessere Vernetzung durch homogene oder heterogene Unternehmens-Gruppen und Abteilungen.

Bei der Umsetzung von technologischen oder organisatorischen Lösungen für Social Collaboration gibt es eine Gretchenfrage: Was sind die relevanten, geschäftswirksamen Anwendungsszenarien (Use Cases)?

Bei der gerade zu Ende gegangenen Konferenz „Mitarbeiterportale 2015“ zeigte sich ein überraschend deutlicher Trend: praktisch alle anwesenden Experten und Referenten waren sich einig, dass die Förderung und Unterstützung von Communities einen zentralen Wert für die Unternehmen schafft. In den Gesprächen am Rande wurde deutlich: viele Unternehmen haben schon ganz konkrete Umsetzungsprojekte in der Planung. Bei etwa der Hälfte der Unternehmen existieren bereits heute Communities, meist jedoch ohne dass diese auf technologisch oder organisatorisch avancierte Lösungen zurückgreifen können. Die andere Hälfte der Unternehmen steht noch am Anfang, möchte Communities erst aufbauen.

Was sind Communities?

Unter Communities lassen sich eher lose Gruppen von Mitarbeitern und Experten verstehen, die an gleichen Themen oder Zielen arbeiten, oft aber aus ganz unterschiedlichen Unternehmensbereichen und Standorten kommen. Traditionell naheliegend sind homogene Communities, über die sich zum Beispiel HR Personalentwickler aus verschiedenen Ländern austauschen oder Marketing-Mitarbeiter aus verschiedenen Unternehmensbereichen verständigen. Noch mehr (Innovations-)Potential haben dabei heterogene Communities, bei denen die Mitglieder aus ganz unterschiedlichen Funktionen und Abteilungen kommen.

Erfolgreiche Beispiele für Communities

Stellen Sie sich vor, Entwicklungsingenieure, Controller, Produktmanager, Vertriebsmitarbeiter und Fertigungsexperten finden über eine Plattform zusammen und teilen, ergänzen bzw. konkretisieren ihre Ideen zu einer neuen Antriebstechnologie (so geschehen bei einem unserer Automotive-Kunden). In dieser eher unstrukturierten, informellen Umgebung sind in wesentlich kürzerer Zeit aus Technikideen marktreife, profitable Produktkomponenten geworden.

Ein weiteres Beispiel: bei einem großen Logistikkunden begleitet CS die Umsetzung der Digitalen Transformation, der wichtigsten strategischen Initiative im Unternehmen. Dort stellen Komplexität, Innovationsgrad und hoher Zeitdruck die Mitarbeiter vor eine besondere Herausforderung der Zusammenarbeit. Neben dem von CS definierten Agilen Programm Management setzt das Unternehmen jetzt auf eine neue Form der Zusammenarbeit – einer gesonderten Community für das Programm. Ziel ist es, Analysen von Kundendaten, neue technologische Möglichkeiten, neue Abrechnungsmodelle usw. schneller zu verbreiten und abteilungsübergreifend weiter zu verarbeiten. Diese Community ergänzt die Projektstrukturen um eine interne Plattform für die kollaborative Entwicklung von neuen Ideen bzw. um die kollaborative Erweiterung des Geschäftsmodells.

Umsetzungsmodell für Communities

Social Collaboration bedeutet, technologische Lösungen mit organisatorischen so zu kombinieren, dass die Zusammenarbeit von Menschen in Unternehmen deutlich verbessert wird. Dies funktioniert nur mit einer gezielten Vorbereitung. So erfordert die Unterstützung von Communities folgende konkrete Schritte:

  • Um welche Personen, Experten und Zielgruppen im weiteren Sinne geht es? Wer soll eingebunden und vernetzt werden?
  • Welche Bedarfe, welche Kommunikation gibt es schon heute?
  • Was soll gestärkt und ausgebaut werden? Was kommt neu dazu?
  • Welche technologischen Komponenten können diesen Zwecken dienen?
  • Können existierende Lösungen als Social Networks verwendet werden oder passen Cloud-basierte Lösungen besser?
  • Mit welchen Software-Komponenten erfolgt der Start, was kommt später dazu? Auch hier raten wir zu einem strikt iterativen Vorgehen: Starten lässt sich zum Beispiel mit ersten Expertenprofilen (Profilseite). Werden diese angenommen, kann dann ein Rating- und Diskussionsforum für neue Ideen ergänzt werden. Haben die relevanten Themen einen gewissen Umfang erreicht, kann ein Activity Stream eingerichtet werden usw.
  • Wer kann als Community Manager benannt werden? Eine solche zentrale verantwortliche Person ist erforderlich, um den Austausch am Laufen zu halten und (neue) Mitglieder aktiv einzubinden.
  • Läuft der Informationsaustausch in der Community auch wirklich? Dazu stehen verschiedene Instrumente der Nutzenmessung bereit - gut kombinieren lassen sich zum Beispiel anonymisierte Auswertung von Anzahl und Umfang der aktiven Mitglieder sowie des Activity Streams, ergänzt um regelmäßige Anwenderbefragungen.
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Fazit

Social Collaboration ist nicht kostenlos. Und auch die technologische und organisatorische Unterstützung von Communities erfordert einen gewissen Aufwand. Wenn solche Communities aber klar am Kunden und am Geschäftsmodell ausgerichtet sind, ergibt sich der Business Impact durch Social Collaboration fast von alleine.

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