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Warum die digitale Transformation mit der Transformation der IT starten muss

11.10.2017

Wie Unternehmen mit einer modernen IT- und Prozess-Infrastruktur das Fundament für digitale Transformationsvorhaben legen können.

Die digitale Transformation beginnt manchmal alles andere als spektakulär. So ist die heimliche Voraussetzung des digitalen Wandels eine gewandelte interne IT. Die Frage der Stunde lautet: Wie können Unternehmen mit einer modernen IT- und Prozess-Infrastruktur das Fundament für die digitale Transformation legen?

Aus unserer Erfahrung bekommt dieses Thema zu oft zu wenig Beachtung. Aber woran liegt das? Vielleicht weil es sich um Aufgaben handelt, die schon früher offenlagen, jetzt aber unternehmenskritisch werden. Während viele Großunternehmen schon weiter sind, muss der Mittelstand oft noch aufholen. Dabei sind mittelständische Unternehmen IT-technisch eigentlich überwiegend gut aufgestellt. Deutliches Verbesserungspotenzial gibt es aber beim Aufbau einer serviceorientierten IT. Es geht also weniger um (fehlende) technologische Kompetenz. Es geht vor allem um die organisatorischen Fähigkeiten, den digitalen Zug nicht zu verpassen.

Ein typisches Beispiel - die "Zuliefer AG"

Die "Zuliefer AG" stellt Sensoren für die Automobilindustrie her, das Thema Produkt-IT und Produktions-IT ist dort schon weiter fortgeschritten.

Die "Zuliefer AG" kauft immer wieder kleinere Unternehmen aus der Branche hinzu. Geblieben sind aber die - überall unterschiedlichen - gewachsenen Strukturen. Bisher ist keines der Unternehmen richtig integriert, bestenfalls sind einfache Infrastrukturdienste wie Storage oder Netzwerke ausgerollt. Die interne (Office-) IT führt ein Schattendasein und wird eigentlich nur administriert - die Führung der IT in ein neues Zeitalter und in eine neue maßgebliche Position wird nicht als Leadership-Rolle wahrgenommen. Um nun überhaupt neue digitale Services wie Analytics, Big Data, IoT oder Industrie 4.0 einführen zu können, muss die IT der "Zuliefer AG" schnell zukunftsfähig gemacht werden - es entsteht Hektik! Die Hektik wird sogar noch größer: Um die neuen digitalen Dienste auch gesamtunternehmensweit anbieten zu können, fehlt die Integration und Konsolidierung der verschiedenen IT-Bereiche der zugekauften Unternehmen schmerzlich. Wie die "Zuliefer AG" sind viele mittelständische Unternehmen noch weit davon entfernt, die IT richtig zu organisieren, die richtigen Partner zu finden und einen echten Mehrwert für das Business zu schaffen. Was ist also zu tun?

Die digitale Transformation macht bestehende IT-Hausaufgaben noch dringender

Die Zukunftsorientierung der IT als moderne Prozessorganisation ist so oder so eine zentrale Hausaufgabe. Noch dringender, geradewegs unverzichtbar ist diese Hausaufgabe, um die internen Voraussetzungen für den digitalen Wandel zu schaffen. Hier sehen wir ein Minimalprogramm, bestehend aus drei Handlungsfeldern (vgl. auch Grafik):

  1. Durchgängige Prozessorientierung in der IT Organisation, von Demand Management bis zur IT Governance.
  2. Nicht die IT Prozesse sind unabhängig, sondern die Geschäftsprozesse. D.h., die IT folgt in Prozessen, Anwendungen und Architektur den Geschäftsprozessen bzw. der Wertschöpfungskette.
  3. Make or Buy: Welche Fähigkeiten der eigenen IT sind sozusagen systemrelevant, müssen als Kernkompetenzen behalten werden? Und: Welche IT-Fähigkeiten stellen eine relevante Differenzierung zum Wettbewerb dar (USP)? Der Rest soll und muss vergeben werden (Outsourcing).

 

Einbindung der Geschäftsführung - aber warum?

Mit der Rolle der IT sind auch die Anforderungen an die Rolle der IT-Leitung neu zu überdenken. Wenn das Leitungsverständnis nur eine pragmatisch-reaktive IT-Organisation vor Augen hat, reicht dies nicht aus. Denn die IT kann nur so innovativ und agil sein wie die IT-Leitung. Dabei ist die Einbindung der Geschäftsführung erfolgskritisch. Aber zugegeben - diese Aussage hört man öfter. Was bedeutet sie also konkret in unserem Fall?

Die Geschäftsleitung muss vorgeben, was sie eigentlich von der IT will: In welcher Rolle sieht sie die IT, was ist der zukünftige Wertbeitrag der IT bei der Digitalisierung des Unternehmens? Idealerweise stößt die Geschäftsführung den Prozess an und moderiert diesen. Am Ende sollte eine Antwort auf folgende Frage stehen: Wie ist im Unternehmen, unter Federführung der kundennahen Abteilungen, die neue Rolle der IT definiert?

Leadership in der IT

Für den digitalen Change ist ein kunden- und innovationsbezogenes Leadership in der IT erforderlich. Dieses Leadership muss auf eine neue serviceorientierte IT-Organisation zielen, die engstens mit den kundennahen Bereichen verzahnt ist. Dazu haben sich drei Umsetzungsprinzipien bewährt:

Jede Maßnahme der neuen IT ist so gestaltet, dass ihr Nutzen regelmäßig gemessen werden kann. Mitarbeiter sind frühestmöglich einbezogen, damit sie von vornherein den digitalen bzw. kulturellen Wandel in der IT begleiten und unterstützen. Best Practices von außen bzw. aus anderen Unternehmen sind nicht Kür, sondern Pflicht - sie beschleunigen massiv die Lern- und Umsetzungskurve. driver for the digital transformation of the entire company.

Zum Schluss: Warten auf andere???

Aber auch Sie persönlich brauchen nicht auf andere zu warten, Sie können selbst den ersten Schritt machen: Was wollen Sie von der IT in Ihrem Unternehmen? Welche strategische Rolle spielt sie? Welche drei Geschäftsprozesse sollten kurzfristig durch veränderte Anwendungen und Lösungen von der IT strategisch unterstützt werden?

Mit Ihren eigenen Antworten leisten Sie einen wichtigen Beitrag, damit die Transformation der internen IT zu einem Treiber für die digitale Transformation des Gesamtunternehmens wird.

Diese drei Handlungsfelder reichen jedoch nicht. Es gibt noch einen weiteren, wichtigen Punkt zu beachten.

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