CEO

Weit denken, aber schnell loslegen

10.06.2017

Wie Sie die ersten Schritte in die digitale Transformation für Ihr Unternehmen identifizieren und initiieren.

Der digitale Wandel ist ein unbarmherzig schneller Wandel. Wie ein Tsunami kann er Unternehmensgefüge in ungeahnten Geschwindigkeiten unterspülen oder ganze Unternehmen und Branchen komplett mit sich reißen.

Die digitale Transformation steht im Fokus. Aber darin liegt auch ein Risiko. Gerade größere Unternehmen tun sich oft schwer mit der Geschwindigkeit der Umstellungsprozesse. So scheint es für viele eine Herkulesaufgabe zu sein, die eigene digitale Strategie zu definieren. Erarbeitung und interne Abstimmung im Konzern rücken gefährlich dicht an eine Never Ending Story heran.

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Die gute Nachricht – es gibt einen Ausweg. Seitens Campana & Schott haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht, wenn eine digitale Strategie zu Beginn nur auf der Bereichs-, Abteilungs- oder sogar auf der Produktebene definiert wird. Konkret bedeutet dies: Starten Sie parallel bzw. vorlaufend zur Digitalstrategie des Gesamtunternehmens im eigenen Bereich. Nutzen Sie die Zeit, um die Eckpunkte einer eigenen digitalen Roadmap zu erarbeiten, auszuprobieren und anzupassen. Während die anderen also noch grundsätzlich diskutieren, sollten Sie bereits beginnen, Erfahrungen mit neuen digitalen Projekten zu machen, Ergebnisse schnell auszuwerten, viele gute Ideen zu verwerfen – um nur die allerbesten konsequent weiterzuverfolgen – und dabei immer wieder die Ausrichtung der eigenen digitalen Roadmap anzupassen.

Dieses Vorgehen ist selbst auf Ebene einzelner Produkte erlaubt! Leitfrage: Wie kann für Ihr Produkt zum Beispiel die Customer Journey (oder die eines Reisenden, eines Patienten, eines Versicherungsnehmers) aussehen? Mit welchen neuen digitalen Kanälen lassen sich die Zielgruppen für Ihr Produkt noch besser erreichen? Welche neuen Services schaffen einen besonderen und kundenrelevanten Mehrwert?

Unser „Kochrezept“

Für das Vorgehen insgesamt empfehle ich folgendes „Kochrezept“: Am Anfang steht das Zielbild. Das digitale Zielbild leitet die Ausrichtung des gesamten Teams und hilft dem Aufbau eines agilen Mindsets für jeden Mitarbeiter. Es beschreibt die visionäre Geschäftsidee – das Wohin. Also mit welchen Kombinationen aus (digitalen) Produkten, Services und Marktzugängen soll in Zukunft das Geld verdient werden? Den Weg dahin legt die digitale Roadmap fest: eine Beschreibung konkreter, realistischer Umsetzungsmaßnahmen und -zeitpunkte. Sie legt zudem im Innenverhältnis fest, welche organisatorischen Fähigkeiten im Team erforderlich sind.

Wir haben die von uns begleiteten Transformationsvorhaben der letzten Jahre ausgewertet und können damit konkreter werden. So haben sich für die Umsetzung des Zielbildes vier Schritte bewährt:

Vier Schritte liefern alles, was Sie brauchen

Typischerweise lassen sich diese Inhalte in vier dazu passenden Phasen erarbeiten. Sie können sich an folgendem Ablauf orientieren:

Schritt 1 - Envisioning

Die erste Phase dient dem Zusammenfinden, der Definition der Vision und einer ersten Standortbestimmung. Typischerweise wird dazu eine Standortbestimmung mit einem digitalen Reifegradmodell angewendet. Wir empfehlen, die Ergebnisse im Nachgang als Entwurf einer Customer Journey bzw. einer Employee Journey Map aufzubereiten.

Schritt 2 - Digitales Potenzial

Es werden die digitale Customer Journey und die digitale Employee Journey weiterentwickelt (Soll und Ist). Mit diesen Journey Maps lassen sich die Daten(quellen) und Verbesserungspotenziale identifizieren. Inhalte sind: eine Diskussion über die Fragestellung „wie eine Customer Journey und Employee Journey ihre Wirkung entfaltet?“ sowie die Ableitung erster Verbesserungspotenziale (umfasst auch neue digitale Services oder Produkte), Potenzialabschätzung und Priorisierung.

Nach dem zweiten Schritt bereiten wir oft eine Analyse der benötigten organisatorischen Fähigkeiten vor. Die Leitfrage ist: „Welche Capabilities benötigt man für welche Verbesserungen?“

Schritt 3 - Digital Business Impact

Im dritten Schritt werden genau diese Capabilities bearbeitet, Potenziale für Kostenreduktionen und Umsatzsteigerungen oder sonstige qualitative Effekte abgeschätzt. Damit wird eine initiale Wirtschaftlichkeitsrechnung erstellt. Idealerweise entsteht sogar der Entwurf eines ersten Business Case.

Um die digitale Transformation im eigenen Bereich auch anfassen zu können, empfehlen wir bereits zu diesem Zeitpunkt, Ideen für mögliche Prototypen zu entwickeln – und dann ein bis zwei davon auszuwählen bzw. den ersten Prototypen auch gleich zu starten!

Schritt 4 - Digitale Strategie

In der letzten Phase erfolgt eine Synthese aus allen Inputs: Ausstehende Richtungsentscheidungen zur Roadmap werden getroffen, der Business Case wird vorgestellt. Am Ende steht eine Strategie zur digitalen Transformation im eigenen Bereich zusammen mit einer verabschiedeten Roadmap und idealerweise hält Ihr Team voller Stolz den validierten Prototypen in Händen.

Der Nutzen

Das beschriebene Vorgehen sehe ich als einen zentralen Beschleuniger für den digitalen Wandel. Es ermöglicht die Transformation im eigenen Bereich, in der eigenen Abteilung oder für das eigene Produkt. Bei weltweit operierenden Organisationen können die Schritte auch hintereinander in mehreren Regionen durchgeführt werden. Dann werden fünf bis zehn konkrete Ansatzpunkte (Collaborative Opportunities) identifiziert, die dann regionenübergreifend aufgesetzt werden. So kann die digitale Vision bottom-up, also „von unten“, international verbunden werden.

Mit dem hier skizzierten Vorgehen gewinnen Sie Geschwindigkeit und haben bereits validierte Bausteine, die Sie in die digitale Strategie des Gesamtunternehmens einbringen können. Zudem erzeugen Sie mit dem Prozess Commitment bei Ihren Mitarbeitern (und in Ihrem Führungsteam) und ganz nebenbei haben Sie einen wesentlichen Beitrag hin zu einer insgesamt agileren Organisation geleistet.

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