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Wieviele ITs gibt es im Unternehmen?

07.07.2016

Viele unserer Kundenunternehmen beschäftigt aktuell die Frage nach der zukünftigen Rolle der IT. Dabei wird meist davon ausgegangen, es gäbe nur eine einzige IT.

Wenn man einmal von „Schatten-ITs“ und eventuellen bimodalen Varianten (die sich in der Praxis ohnehin noch selten finden) absieht, sind in vielen Unternehmen die Aufgaben de facto in drei IT-Bereiche aufgeteilt:

  • die klassische Corporate IT (Office IT)
  • die IT in der Produktion
  • die IT in Produkten

So ist die Corporate IT vor allem für Office-Anwendungen und Legacy-Systeme wie SAP u.ä. zuständig. Die IT in der Produktion (Production IT) ist momentan besonders geprägt von Industrie 4.0-Anforderungen: die Steigerung von Flexibilität und Effizienz in der digitalisierten Fabrik steht im Mittelpunkt; Lean Production oder Predictive Analytics / Predictive Maintenance sind relevante Lösungskonzepte, die verbunden werden mit digitalen Schnittstellen zu Kunden, Lieferanten und anderen Partnern. Die IT in Produkten (Product IT) gewinnt aktuell stark an Bedeutung. Sie ist gekennzeichnet durch Systeme, die durch die Vernetzung mit anderen Systemen Kunden einen spürbaren Mehrwert bieten. Beispiele sind die Software in der privaten Haustechnik (Smart Home) oder im Auto (Smartphone-Apps von Automobilherstellern).

Derzeit erleben wir, dass diese drei ITs sehr oft unabhängig voneinander arbeiten. Und dabei gibt es eigentlich eine Vielzahl von Überschneidungen, die sich für eine (stufenweise) Zusammenarbeit anbieten:

  • Für alle drei IT-Bereiche ist das Thema erfolgreicher Digitaler Wandel / Digitale Transformation ein Top-Thema.
  • Dazu gehört auch der Wunsch bzw. die Anforderung, die jeweilige digitale Kompetenz der Mitarbeiter zu stärken.
  • Anregungen aus der einen IT-Welt können auch sehr wirksam für eine andere sein: so kann ein Social-Collaboration-Werkzeug der Corporate IT – gedacht für die unternehmensinterne Zusammenarbeit - auch genutzt werden, um die Zusammenarbeit mit externen Partnern der Product IT zu intensivieren.
  • Letztlich haben alle drei IT-Bereiche das Interesse an einem kundenfokussierten IT Service Management.

 

Austausch zwischen drei IT Bereichen

Aus Sicht von Campana & Schott ist daher der schrittweise engere Austausch zwischen Corporate IT, Production IT und Product IT ein wichtiger Erfolgsfaktor. Was könnten dafür erste Ansatzpunkte sein?

  1. Im ersten Schritt sollte zumindest ein informeller Austausch der verschiedenen IT Bereiche untereinander und miteinander stehen.
  2. Dann ist zu prüfen, ob sich die Corporate IT in die Wertschöpfung der Product IT einbringen kann.
  3. Zusätzlich kann sich die Corporate IT mit der Product IT über Kundenorientierung verständigen: welche Anforderungen von externen Kunden lassen sich auch auf interne (unternehmensinterne) Kunden übertragen?
  4. Ein großes Potential liegt in der gemeinsamen Nutzung von Infrastruktur oder Legacy-Anwendungen. Welche Möglichkeiten liegen in der integrierten ERP-Nutzung (u.a. Warenwirtschaft) bis hinein in die Product IT? Bietet sich eine übergeordnete Nutzungsstrategie einer Plattform wie Azure an? Allgemeiner gefasst: welche Cloudstrategie soll die IT Bereiche miteinander verbinden
  5. Auf jeden Fall aber muss das IT Service Management übergeordnet, also als horizontale Verbindung, aufgesetzt werden. Ziel ist die schrittweise Durchgängigkeit von Prozessen über die drei ITs. Als Kandidaten für den Start bieten sich einheitliche Netzwerkdienste oder Service-Desk-Prozesse an. Dies bietet zudem mögliche Kostenvorteile, wenn insgesamt die Anzahl der Provider konsolidiert wird. Die IT Service Integration liefert dann die Vorgehensweise, wie die durchgängige Ende-zu-Ende Steuerung der internen und extern erbrachten IT Dienstleistungen bzw. Services erfolgt.
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Fazit

CS betrachtet IT Service Management und IT Service Integration als zentrale Grundlage der weiteren Digitalisierung. Im Kontext des geschäftskritischen Digitalen Wandels verändern sich Geschäftsmodelle schnell und elementar. Für die erfolgreiche Bewältigung dieser Veränderungsvorhaben bedarf es einer übergreifenden und kollaborativen Aufstellung der IT-Bereiche im Unternehmen.

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