Digital Workplaces für alle? Warum Frontline Worker oft außen vor bleiben

Die Digitalisierung des Arbeitsplatzes endet in vielen Unternehmen am Schreibtisch. Dabei liegt das größte ungenutzte Potenzial jenseits davon. Welche Chancen sich aus einem ganzheitlichen Ansatz ergeben.

In zahlreichen Organisationen gilt der digitale Arbeitsplatz längst als etabliert. Doch ein genauer Blick zeigt: Die Transformation erreicht längst nicht alle. Während Büroangestellte mit modernen Tools arbeiten, sind viele Mitarbeitende in Produktion, Logistik, Service oder Pflege digital kaum eingebunden. Dabei machen diese sogenannten „Frontline Worker“ oder „Non-desk Worker“ weltweit über 80 Prozent der Erwerbstätigen aus. Und genau dort, wo der Betrieb täglich am Laufen gehalten wird, fehlen oft grundlegende digitale Lösungen. 

Der digitale Graben im Unternehmen

Die Deutsche Social Collaboration Studie 2025 zeigt, wie groß die digitale Lücke zwischen Jobs mit klassischem PC-Arbeitsplatz und Arbeitsplätzen ohne festen Zugang zu IT ist.  Auf die Frage, wie wichtig ein moderner digitaler Arbeitsplatz für Frontline Worker ist, vergibt das Top-Management im Schnitt nur 2,8 von 7 möglichen Punkten. Ganz anders die mittlere Führungsebene, die näher am operativen Geschehen agiert: Sie bewertet die Relevanz mit 5,2 Punkten.

Diese Differenz offenbart ein strukturelles Problem. Die Arbeitsrealität von Teams ohne PC-Arbeitsplatz wird in strategischen Digitalisierungsentscheidungen häufig nicht ausreichend berücksichtigt. Gerade sie müssen jedoch täglich mit Prozesslücken, ineffizienter Kommunikation und fehlendem Zugang zu Informationen umgehen.  

Zufriedenheit, Motivation und Bindung: Der digitale Arbeitsplatz wirkt

Die Studie zeigt aber auch: Investitionen in digitale Lösungen für Frontline Worker zahlen sich aus. Der digitale Arbeitsplatz wird von den betroffenen Mitarbeitenden und deren direkten Vorgesetzten als relevanter Hebel für Zufriedenheit, Motivation und Produktivität eingeschätzt. Die wichtigsten Anwendungsfälle sind Fortbildungen mit 36,3 Prozent, gefolgt von Informationsbeschaffung sowie Materialbestellung und Logistik mit jeweils 18,2 Prozent.

Den Einfluss auf die Zufriedenheit bewerten die Befragten mit durchschnittlich 5,1 von möglichen 7 Punkten, auf die Produktivität mit 5,0 und auf die Motivation mit 4,9 Punkten. Die Wirkung auf die Fluktuation wird mit 4,7 bewertet. Besonders auffällig ist dabei der Unterschied zwischen den Hierarchieebenen: Während die mittlere Führungsebene das Potenzial digitaler Lösungen deutlich erkennt, bleibt das Top-Management zurückhaltend.

Für Unternehmen bedeutet das: Die digitale Einbindung von Frontline Workern darf kein blinder Fleck bleiben. Zufriedenheit und Motivation sind nicht nur weiche Faktoren, sondern zahlen direkt auf Leistungsfähigkeit, Bindung und Stabilität ein.  

Zukunft GenAI

Die Diskussion um den digitalen Arbeitsplatz erhält aktuell zusätzlichen Rückenwind durch die Entwicklungen rund um generative KI (GenAI). Anwendungen wie Copilot oder KI-gestützte Assistenzsysteme versprechen nicht nur Effizienzsteigerung, sondern auch neue Formen der Zusammenarbeit. Doch diese Potenziale lassen sich nur dann heben, wenn die digitalen Grundlagen stimmen und alle Beschäftigten eingebunden sind.

Gerade für Frontline Worker eröffnen sich neue Möglichkeiten, etwa bei der Wissensvermittlung, bei automatisierten Anleitungen oder im Umgang mit sicherheitsrelevanten Informationen. Wer heute den Anschluss verpasst, riskiert nicht nur Ineffizienzen im Betrieb, sondern auch eine weitere Spaltung zwischen Büro und Fläche. Unternehmen sind jetzt gefragt, ihre digitale Strategie zu überdenken und sie konsequent auf alle Bereiche auszurichten.

Wer die digitale Kluft wirklich schließen will, braucht mehr als einzelne Tools. Es braucht ganzheitliche Konzepte, die alle Gruppen im Unternehmen mitdenken. Strategien, die auch Mitarbeitende ohne festen PC-Arbeitsplatz einbeziehen. Lösungen, die nicht nur auf klassische Büroarbeit ausgelegt sind. Und eine entsprechende Unternehmenskultur, die digitale Teilhabe fördert. 

Wie Campana & Schott unterstützt

Campana & Schott begleitet Unternehmen seit vielen Jahren bei der strategischen Weiterentwicklung digitaler Arbeitsplätze – im Büro, in der Produktion, in der Logistik und im Kundenservice. Wir sorgen dafür, dass digitale Tools nicht nur bereitgestellt, sondern auch sinnvoll genutzt werden. Dabei verbinden wir unsere Expertise in Modern Work, Change Management und Kommunikation mit einem klaren Ziel: echte Teilhabe für alle Mitarbeitenden.

Ein zentraler Hebel für die Einbindung von Frontline Workern sind spezialisierte Mitarbeiter-Apps. Sie ermöglichen einen einfachen Zugang zu Informationen, fördern den Austausch im Team und digitalisieren zentrale Prozesse. So entstehen digitale Arbeitsplätze, die nicht an einen festen Schreibtisch gebunden sind, sondern dort greifen, wo Arbeit tatsächlich stattfindet. 

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Kathrin Röhrich

Managing Consultant Employee Experience