Um den steigenden Anforderungen an Effizienz, Sicherheit und Skalierbarkeit gerecht zu werden, hat Siemens die eigene ServiceNow-Instanz grundlegend modernisiert. „FutureNow“ steht dabei als Programmname für die weltweite IT-Konsolidierung und strategische Weiterentwicklung. Im Fokus steht eine zentrale, global einheitliche IT-Architektur, die Stabilität, Transparenz und Innovationsfähigkeit nachhaltig stärkt.
Als globaler Technologiekonzern mit über 300.000 Anwender:innen in 143 Ländern vereint Siemens zahlreiche Geschäftsbereiche mit unterschiedlichen Anforderungen. Ziel war es, die bestehende ServiceNow-Umgebung zu vereinfachen, veraltete Strukturen zu ersetzen und ein neues Fundament für künftige Innovationen zu legen.
Campana & Schott unterstützte Siemens bei der strategischen Planung und internationalen Umsetzung. Dazu gehörten die Entwicklung der Zielarchitektur, das Programm- und Integrationsmanagement sowie der Aufbau einer Governance-Struktur für den nachhaltigen Betrieb.
IT-Konsolidierung bei Siemens
Erhalten Sie im Folgenden einen tieferen Einblick in das Projekt.
- Industrie: Industrie, Infrastruktur, Mobilität, Digitalisierung
- Anzahl der Mitarbeitenden: über 300.000
- Hauptsitz: München, Deutschland
- Website: https://www.siemens.com
Ausgangslage und Zielsetzung
Die ServiceNow-Plattform von Siemens war über die Jahre stark gewachsen und wurde kontinuierlich erweitert. Dadurch entstand eine komplexe Systemlandschaft mit zahlreichen spezifischen Anpassungen, die die Wartbarkeit und Performance zunehmend erschwerten. Unterschiedliche Governance-Modelle und individuelle Service-Prozesse führten zu hohem Pflegeaufwand, reduzierter Transparenz und eingeschränkter Skalierbarkeit.
Mit der fortschreitenden Digitalisierung und der steigenden Zahl an IT-Services wuchs der Bedarf, diese Strukturen zu vereinheitlichen und stärker zu standardisieren. Ziel war es, die bestehende ServiceNow-Instanz komplett neu aufzusetzen, nach dem Prinzip eines Greenfield-Ansatzes, und die vorhandenen Services und Prozesse in eine moderne, standardisierte Architektur zu überführen.
So entstand eine robuste und zukunftsfähige IT-Plattform, die Automatisierung, Governance und Innovation langfristig unterstützt.
Vorgehen
Für die IT-Konsolidierung setzte Siemens auf ein strukturiertes, mehrstufiges Vorgehen, das technische, organisatorische und kommunikative Aspekte eng miteinander verzahnte. Gemeinsam mit Campana & Schott wurde ein internationales Programm aufgesetzt, das von Beginn an auf Stabilität im laufenden Betrieb und eine nachhaltige Zielarchitektur ausgerichtet war.
Zentrale Grundlage war die Etablierung einer klaren Governance-Struktur. Ein Steering Board übernahm die übergeordnete Steuerung, während dedizierte Workstreams die Umsetzung einzelner Themenfelder verantworteten. In jedem Workstream koordinierte ein Integration Manager von Campana & Schott die Zusammenarbeit zwischen Business, IT und Prozessverantwortlichen, stellte den Informationsfluss sicher und sorgte dafür, dass Abhängigkeiten frühzeitig erkannt und gesteuert wurden.
Das Gesamtprogramm wurde federführend von Siemens IT geleitet, wobei Campana & Schott als zentraler Umsetzungspartner das operative Projektmanagement, die Integrationssteuerung und die methodische Begleitung übernahm. Durch diese enge Partnerschaft entstand eine Projektstruktur, die Effizienz und Geschwindigkeit förderte, ohne an Qualität oder Governance einzubüssen.
Die technische Umsetzung erfolgte bewusst in zwei Stufen: Zunächst wurde das Backend migriert und die neuen Service-Prozesse aufgesetzt. Anschliessend folgte die Servicemigration und damit die schrittweise Ablösung der alten Plattform. Dieser Ansatz ermöglichte eine Umsetzung bei laufendem Betrieb, ohne spürbare Beeinträchtigungen für die Anwender:innen. Der Wechsel auf die neue Plattform erfolgte nahtlos – am Folgetag standen allen Nutzenden die neuen Funktionen bereit.
Parallel unterstützte Campana & Schott die Kommunikations- und Adoptionsmassnahmen, um die neuen Prozesse in den internationalen Teams zu verankern. Durch abgestimmte Informationsflüsse, gemeinsame Testszenarien und regelmässige Austauschformate konnten technische Umstellungen frühzeitig begleitet und Akzeptanz geschaffen werden. Das Vorgehen kombinierte dabei klassische Projektsteuerung mit agilen Elementen, um flexibel auf technische Anpassungen und organisatorische Anforderungen reagieren zu können.
Herausforderungen
Die Umsetzung eines globalen Konsolidierungsprogramms in einem Konzern dieser Grösse brachte naturgemäss vielfältige Herausforderungen mit sich, sowohl organisatorisch als auch technisch. Gemeinsam mit Campana & Schott wurden diese gezielt adressiert und erfolgreich gelöst:
- Migration im laufenden Betrieb: Um den Geschäftsbetrieb nicht zu beeinträchtigen, wurde das Programm zweistufig umgesetzt – zunächst mit der Backend-Migration, anschliessend mit der Servicemigration. Für die Endanwender:innen erfolgte der Wechsel auf die neue Plattform nahtlos, ohne Unterbrechungen oder Übergangsphasen.
- Technische und organisatorische Tiefe: Die enge Verzahnung bestehender Systeme und Prozesse erforderte ein hohes Mass an Koordination. Campana & Schott unterstützte Siemens dabei, Abhängigkeiten frühzeitig zu erkennen, Risiken transparent zu steuern und Prioritäten flexibel anzupassen.
- Hohe Anzahl an Stakeholdern: Mehr als 1.000 Transaktionen und Hunderte Services mussten in das neue System überführt werden. Campana & Schott sorgte durch ein abgestimmtes Kommunikations- und Testkonzept dafür, dass alle Beteiligten rechtzeitig eingebunden und Entscheidungen auf allen Ebenen synchronisiert wurden. Zur Beschleunigung der Servicemigration wurden sogenannte Migration Buddies eingeführt; sie waren als eigener Arbeitsstrang im Programm verankert und unterstützten die Service-Migration operativ.
- Komplexe Projektorganisation: Die Vielzahl an Streams und Partnern machte eine klare Steuerungslogik notwendig. Ein Governance-Modell mit Steering Board, definierten Workstreams und Integration Managern von Campana & Schott stellte sicher, dass Business und IT eng verzahnt arbeiteten und das Programm zügig voranschritt.
Ergebnisse und Mehrwert
Mit dem Programm „FutureNow“ hat Siemens seine ServiceNow-Plattform vollständig neu aufgebaut und damit eine einheitliche, global steuerbare Basis für alle IT-Services geschaffen. Der Greenfield-Ansatz ermöglichte es, bestehende Prozesse zu konsolidieren, überflüssige Anpassungen zu vermeiden und einen hohen Standardisierungsgrad zu erreichen.
Die neue Plattform steigert Transparenz, Effizienz und Innovationsfähigkeit über alle IT-Bereiche hinweg. Standardisierte Abläufe und klare Governance-Strukturen ermöglichen eine konsistente Servicebereitstellung und erleichtern Wartung und Weiterentwicklung.
Ergebnisse im Überblick:
- Kundenzufriedenheit: Verbesserte Servicequalität und ein gesteigertes Nutzungserlebnis.
- Systemlandschaft: Höherer Standardisierungsgrad und vereinfachte Erweiterbarkeit.
- Betrieb: Schnellere Abläufe und eine effizientere Bearbeitung bei stabiler Performance.
- Innovation: Neue Funktionen können deutlich schneller bereitgestellt werden.
- Upgrades: Weniger Aufwand und kürzere Umsetzungszeiten durch klar strukturierte Prozesse.
Prozesskennzahlen: Serviceprozesse sind heute eindeutig definiert und messbar.
Damit verfügt Siemens über eine moderne, skalierbare IT-Plattform, die Effizienz, Qualität und Innovationskraft langfristig stärkt und eine stabile Grundlage für die weitere Entwicklung der globalen IT bildet.