Publikation

Der neue Project Service von Microsoft

11.09.2019

Evolution des Projektmanagements in der Cloud.

Das Release Datum für den neuen Project Service steht fest: Ab Oktober wird Microsoft Kunden mit einer Project Online Subscription den neuen Dienst bereitstellen. Hierüber wurden Kunden in ihrem Office 365 Message Center informiert. 

Vorausgegangen waren in diesem Jahr erste Einblicke auf der hauseigenen Technologiekonferenz Inspire. Neben den Ankündigungen aus dem Projektumfeld lag der Fokus dieses Jahres auf dem Thema Collaboration. Künftig rücken das Task-Managementtool Microsoft Planner, der Kommunikationshub Microsoft Teams sowie Microsoft Project näher zusammen und werden unter dem Oberbegriff Work Management vereint.  

Auch Campana & Schott setzt auf Microsoft-Anwendungen und erwartet gespannt die Neuerungen im neuen Cloud-Dienst, die Evaluierung beginnt bald. Kein Wunder: Schließlich hat sich allein Microsoft Project in den letzten 20 Jahren als eines der beliebtesten Projektmanagement-Tools etabliert. Hier die wichtigsten Richtungsentscheidungen im Überblick.  

 

Vereinfachte Planung: Der neue Project Service  

Microsoft-Strategen haben auf der Konferenz ihr Update zum neuen Project Service vorgestellt. Das erste Release konzentriert sich auf einen radikal einfacheren Planungsansatz im Webbrowser.  

Damit spricht Microsoft insbesondere die Anwender an, für die das bisherige Microsoft Project zu umfangreich und der Microsoft Planner zu eingeschränkt sind. Project Service ist für Anwender geeignet, die mit den Kanban-Elementen von Planner arbeiten und außerdem Gantt Charts, Projektstrukturen sowie eine einfache Ressourcenplanung nutzen möchten. Diese Ausrichtung wird insbesondere Anwender aus Bereichen wie Vertrieb, Marketing und Recruiting ansprechen. Weitere Module zu Kostenmanagement, Ressourcenmanagement und Zeiterfassung werden noch hinzukommen.  

Better Together:  
Mehrwerte durch Integrationen mit anderen MS-Cloud-Diensten 

Microsoft kombiniert im Sinne seiner Better-Together-Strategie Cloud-Dienste, um Mehrwerte für seine Kunden zu schaffen. Dies gilt auch für Projekt- und Portfoliomanagement-Lösungen. So hat sich in der Praxis sukzessive die Kombination von Microsoft Project Online mit Power BI als Reporting- und Dashboard-Tool durchgesetzt. Ein wichtiger Trend für 2019 ist die stark zunehmende Nachfrage nach Möglichkeiten, die weitere Produkte und Dienste wie beispielsweise Microsoft Azure DevOps oder Microsoft Teams zu einer gesamtheitlichen Projekt- und Portfoliomanagement-Lösung zusammenfügen. Wie das konkret aussehen kann, zeigen die folgenden Beispiele. 

 

Project und Teams:  
eine optimale Kombination für Zusammenarbeit in Projekten 

Microsoft entwickelt seine PPM-Tools kontinuierlich weiter und berücksichtigt dabei zwei wichtige Aspekte, die für das (agile) Projektmanagement unabdingbar sind: Collaboration und Kommunikation. Gerade bei ortsunabhängigem Arbeiten ist die Kommunikation im Projektteam ein zentraler Erfolgsfaktor. Die Microsoft Cloud-Plattform bietet hierfür die optimale Unterstützung, denn sie wird durch eine Verschmelzung verschiedener Tools den Anforderungen unterschiedlichster Projektteams gerecht. Bereits jetzt kann z.B. Microsoft Planner schnell und einfach innerhalb von Microsoft Teams genutzt werden, damit alle Mitglieder eines Teams direkt Zugriff haben. Dafür brauchen Mitarbeiter nicht einmal mehr Software auf ihrem Endgerät zu installieren – die Webversion kann mit jedem Browser geöffnet werden. Teams wird damit zu einem zentralen Hub für Projektteams. Auch Project Online lässt sich direkt in Microsoft Teams einbinden, sodass alle wichtigen Projektinformationen nun in einem Tool gebündelt sind. Darüber hinaus ist damit zu rechnen, dass Planner und der neue Project Service ebenfalls stärker miteinander verzahnt werden, um die Vorteile beider Planungsansätze nutzen zu können.  

Project und Dynamics 365: integrierte Lösung für Kundenprojekte

Aktuell existieren mit Microsoft 365 und Dynamics 365 zwei Cloud-Ökosysteme im Microsoft-Universum, die größtenteils voneinander getrennt sind. 

Microsoft 365: Zum Microsoft 365-Umfeld gehört neben den Office- und Collaboration-Tools Office 365 und SharePoint auch die Projektmanagement-Lösung Project Online. Mit zusätzlichen Werkzeugen wie Microsoft Planner und Teams wird eine unternehmensweite und flexible Kollaboration der Mitarbeiter in Projekten möglich. Die Integration der verschiedenen Tools von Microsoft 365 erschließt sich dem Nutzer intuitiv, was für global vernetzte Projektteams unabdingbar ist.  

Dynamics 365: Neben Microsoft 365 wurde vor circa drei Jahren Dynamics 365 veröffentlicht – die Cloud-Variante der bekannten ERP- und CRM-Produktlinie Microsoft Dynamics. Zu dieser gehören unter anderem die Module Project Service Automation (PSA) und Sales, die die Abbildung von Prozessen zwischen Sales Force und Projektteams ermöglichen. 

Better Together: Im Laufe der nächsten Monate werden die Module Project Service (Teil von M365) und PSA (Teil von D365) über ein gemeinsames Datenmodell zusammengebracht, um den gesamten Lebenszyklus von Vorhaben abzubilden. Der Prozess startet in Dynamics als Sales Lead bis hin zum Angebot, gefolgt von der Projektdurchführung im Project Service als vollwertigem Projektmanagement-Tool. Die Rechnungslegung geschieht wie bisher in Dynamics. Somit kann jedes Modul seine fachlichen Stärken voll ausspielen – und das mit einem durchgängigen Nutzererlebnis. 

Power-Plattform:

Customizing der nächsten Generation  

Darüber hinaus profitieren beide Welten von einem weiteren Ass im Ärmel: der Microsoft Power-Plattform. Mithilfe dieser lassen sich die Entwicklungszeiten für Business-Apps radikal verkürzen. Dies wird dadurch erreicht, dass Microsoft den Anwendern immer mächtigere No-code- beziehungsweise Low-code-Möglichkeiten zum Erstellen eigener Lösungen anbietet. Früher wären dazu tiefgreifende programmatische Kenntnisse und Entwickler-Tools notwendig gewesen. Heute spricht Microsoft hier vom IT-affinen Endanwender, der in Eigenregie Applikationen entwickelt, ohne dabei auf Programmierer zurückgreifen zu müssen. In der Vergangenheit konnte man in Project Online nur benutzerdefinierte Felder, eigene Ansichten und Seiten erstellen. Jetzt hingegen können in kürzester Zeit Daten aus allen Teilen des Microsoft-Universums zusammengezogen, in Prozessen verarbeitet sowie in Dashboards und (mobilen) Apps visualisiert werden. Bestätigt durch Wachstumsraten von 300 bis 700 Prozent setzt Microsoft voll auf die Power-Plattform, mit deren Hilfe die Cloud-Dienste Power BI, PowerApps und Flow sowie der Common Data Service (CDS) ihre Stärken vereinen. Das ist Customizing der nächsten Generation in noch nie dagewesener Form. 

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Fazit

Kurs auf Collaboration und Integration 

Microsoft setzt seine vorgestellte Roadmap fort und entwickelt eine neue innovative Project-Generation und somit das ganze Microsoft PPM-Ökosystem weiter. Dabei wird viel Wert auf Collaboration sowie die Integration der verschiedenen Tools gelegt. Dies vereinfacht Unternehmen die Kommunikation zwischen weltweit verteilten Projektteams. Neben den klassischen Tools wie Project Server und Project Online wird mit Project Service eine moderne Alternative bereitgestellt, welche durch die Power-Plattform ein großes Potenzial für das zukünftige Microsoft PPM-Umfeld mit sich bringt. Wir dürfen auf die nächsten Monate gespannt sein!