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Social Collaboration 2017: die Mitarbeiter vernetzen!

05.04.2017

Welche neuen Erkenntnisse bringt die Social Collaboration Studie 2017 und was können Unternehmen daraus für ihr Management of Change ableiten?

Soeben erschienen die Ergebnisse der zweiten Auflage der Deutschen Social Collaboration Studie. Bereits die Rahmenbedingungen sind bemerkenswert. Im Vergleich zu der ersten Auflage der Studie vor einem Jahr hat sich die Anzahl der Teilnehmer mehr als verdreifacht.

Für mich sind es vor allem folgende Zusammenhänge, die in dieser Deutlichkeit überraschen:

  • Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl spricht die Statistik eine klare Sprache: Die Nutzung von Social-Collaboration-Tools fördert erwiesenermaßen die Arbeitseffizienz der Mitarbeiter. Damit wurden die Ergebnisse des vergangenen Jahres bestätigt und zum Teil übertroffen. Ein konkretes Beispiel: Mit der intensiven Nutzung eines Enterprise Social Network lässt sich die Arbeitseffizienz der beteiligten Mitarbeiter um mehr als 40% steigern.
  • Social Collaboration-Werkzeuge steigern das Innovationspotential der Mitarbeiter. Dazu passen auch Gartners Top-Prioritäten der (deutschen) CIO-Agenda 2017. Denn hier wurden Innovation und Kreativität als signifikante Kompetenz-Probleme von 22% der deutschen CIOs genannt – fast dreimal so häufig wie im internationalen Durchschnitt. Die Deutsche Social Collaboration Studie weist signifikant nach, dass die Innovationsorientierung stark mit dem Social-Collaboration-Reifegrad korreliert. Übersetzt man dies in die Praxis, bedeutet das: Unternehmen können das Innovationspotential ihrer Mitarbeiter durch den Einsatz entsprechender Tools deutlich besser nutzen und steigern.
  • Und noch ein Ergebnis fällt auf: Eine intensivere Nutzung von Social Collaboration-Werkzeugen hat klare und relevante Auswirkungen auf die Unternehmenskultur. Der Ruf nach vernetzten Mitarbeitern, die sich flexibel und schnell abteilungsübergreifend zusammentun und ohne dabei starren Hierarchien zu folgen, wird immer lauter. Durch den Einsatz von Social-Collaboration-Lösungen lässt sich dieses Ziel nachweislich besser erreichen.

Bedenken ausräumen, Ziele klarmachen

Verlässt man die quantitative Statistik und bewertet die qualitativen Angaben, dann ist die Botschaft der Teilnehmer eindeutig: Ziel und Mehrwert von Social Collaboration müssen vom Management ausdrücklich formuliert werden. Warum werden solche Werkzeuge eingeführt? Für welchen Einsatz ist Social Collaboration im eigenen Unternehmen vorgesehen und welche Ziele möchte man damit erreichen?

Ohne gesonderte Kommunikation und Verbindung zur Strategie verlieren alle diese Werkzeuge schon mit dem Start ihre Durchschlagskraft. Ohnehin macht nicht nur die begleitende Kommunikation, sondern auch das gesamte Management of Change den Erfolg aus. Dabei stehen oft grundsätzliche Bedenken im Vordergrund. So war von Teilnehmern der Studie auch zu hören, „ein Enterprise Social Network bietet keinen Mehrwert für unser Unternehmen“ oder „es lenkt zu sehr von der eigentlichen Arbeit ab“. Einige andere sahen darin sogar ein „privates Vergnügen“. Die klare Abgrenzung zu den aus dem Privatumfeld bekannten Social Networks wie Facebook ist also Pflicht und gelingt nur über gute Kommunikation. Dazu können wieder die Zahlen und Erkenntnisse der Studie einen wichtigen Beitrag leisten.

Betrachtet man nämlich die Realität, dann nutzen schon mehr als die Hälfte der Mitarbeiter (52%) ein Enterprise Social Network direkt arbeitsbezogen. D.h. die Mitarbeiter arbeiten im Team an konkreten Aufgaben (zum Beispiel in Projekten) oder tauschen sich zu Fachthemen mit Kollegen aus. Bei 25% der Mitarbeiter kommt die genuin soziale Nutzung hinzu, d.h. die Plattform wird verwendet, um Kollegen im Unternehmen zu finden bzw. kennenzulernen und neue Beziehungen zu Kollegen aufzubauen. Mal ernsthaft: Kann man das mit Privatvergnügen abtun?

100% Management of Change erforderlich

Social Collaboration braucht die volle Aufmerksamkeit des Management of Change. Aus Sicht von Campana & Schott haben sich insbesondere die folgenden Instrumente bewährt:

  • Unterschiedliche Kommunikationskanäle im Unternehmen ausprobieren, evaluieren und dann optimierte Kommunikationsmaßnahmen planen – auch und gerade nach innen lautet das Gebot der Stunde: OmniChanel!
  • Frühes Training für Experten, diese dann zu Promotoren machen
  • Begleitendes 1:1 Coaching am Arbeitsplatz für Führungskräfte und andere relevante Stakeholdergruppen (inkl. Betriebsrat)
  • Einzelne Use Cases schnell pilotieren und dabei Promotoren einbinden
  • Erfolgsstories generieren und im Unternehmen verbreiten (die zentrale Unternehmenskommunikation unterstützt sicher gerne)
  • Maßnahmen und Ansätze des Gamification nutzen (neue Formate, Challenges, kleine Wettbewerbe, Auszeichnungen vergeben usw.)
  • User-Verhalten automatisiert messen (Analytics), Kennzahlen auswerten und Maßnahmen daraus ableiten!
  • Am wichtigsten: das Management muss wirklich überzeugt sein – und dann die neue Form von Social Collaboration auch vorleben

Wandel, digital

Nicht das Tool, sondern erst der gut gemachte Change lassen aus einem Enterprise Network im Alltag ein echtes, lebendiges soziales Netzwerk entstehen. Und das ist einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren für die agile, schnelle und flexible Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Unternehmensbereichen. In diesem Sinne beschleunigt Social Collaboration die Digital Transformation, denn erst die neue Form der Zusammenarbeit ermöglicht den digitalen Wandel von Geschäftsmodellen und Kundenbeziehungen.

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