KI in der internen Kommunikation: Wie Microsoft 365 und Staffbase zusammenspielen

Moderne Intranets verbinden Kommunikation, Wissen und KI. Microsoft 365 und Staffbase übernehmen dabei unterschiedliche Rollen und lassen sich je nach Anforderung gezielt miteinander verbinden.

Künstliche Intelligenz verändert, wie Mitarbeitende auf Informationen und Wissen im Unternehmen zugreifen. Statt sich durch Seitenstrukturen zu navigieren, nutzen sie zunehmend KI-Assistenten oder Agents, um Regelungen, Prozesse oder konkrete Informationen direkt abzufragen.

Welche Anforderungen daraus entstehen, zeigt ein Praxisfall: Bei der Frage, wie viel Urlaub für Heiligabend und Silvester einzureichen ist, gab ein KI-Assistent die Auskunft, ein halber Urlaubstag genüge. Tatsächlich musste ein ganzer Urlaubstag genommen werden. Ursache war eine veraltete Intranetseite, auf die die KI zurückgriff.

Für moderne Intranets hat das Konsequenzen: Informationen müssen aktuell, eindeutig und im richtigen Kontext verfügbar sein. Zugleich verändert sich der Zugang zu Unternehmenswissen und damit die Rolle des Intranets innerhalb der digitalen Arbeitsumgebung. Damit rückt die Frage nach der zugrunde liegenden Architektur in den Vordergrund.

Wie sich das Intranet grundsätzlich zum rollen- und kontextbezogenen Einstiegspunkt in den digitalen Arbeitsalltag entwickelt, zeigen wir im Beitrag „Vom Social Intranet zur Employee UI: Warum Unternehmen digitale Einstiegspunkte neu denken müssen“.

Treiber für die Intranet-Architektur: Kommunikation oder IT?

Für die Wahl der passenden Intranet-Architektur sind mehrere Faktoren entscheidend. Auf funktionaler Seite werden dabei vor allem drei Aspekte häufig unterschätzt:

  • Zweck: Soll das Intranet vor allem die interne Kommunikation unterstützen oder stärker mit Zusammenarbeit und kollaborativen Anwendungen verbunden sein?
  • Mobile First: Welche Bedeutung hat der mobile Zugang? Das spielt insbesondere dann eine Rolle, wenn viele Mitarbeitende nicht regelmäßig an einem Desktop-Arbeitsplatz arbeiten.
  • Zielgruppen: Welche Mitarbeitendengruppen müssen erreicht werden? Sollen beispielsweise auch Firstline Worker in Produktion, Logistik oder Service von Anfang an eingebunden werden?

Hinzu kommen organisatorische und technische Rahmenbedingungen. So macht es einen Unterschied, ob die Weiterentwicklung des Intranets vor allem von der Unternehmenskommunikation oder von der IT vorangetrieben wird. Ebenso wichtig ist die bestehende Systemlandschaft: Bereits etablierte Anwendungen, Wissensquellen und Prozesse sollten in die Architektur einbezogen werden, statt parallele Strukturen aufzubauen. Auch die Integration von Drittsystemen spielt eine wichtige Rolle.

Mit KI gewinnt dieses Zusammenspiel zusätzlich an Bedeutung. Informationen müssen schnell und im richtigen Kontext verfügbar sein, während KI-Assistenten und Agents auf relevante Inhalte und Anwendungen zugreifen können.

Microsoft 365 schafft eine wichtige Basis

In vielen Unternehmen bildet Microsoft 365 bereits die technologische Basis für zentrale Teile der digitalen Arbeitsumgebung. Microsoft Teams unterstützt die Zusammenarbeit, SharePoint bündelt häufig Wissen und Informationen. Mit Microsoft Copilot und Copilot Studio kommen KI-Funktionen und individuell entwickelte Agents hinzu.

Gerade mit Blick auf KI gewinnt SharePoint als Wissensplattform weiter an Bedeutung, weil KI-Anwendungen auf die dort verfügbaren Informationen zugreifen können. Für Unternehmen ist zudem relevant, KI in einer kontrollierten Umgebung mit bestehenden Berechtigungs- und Governance-Strukturen einzusetzen.

Für verlässliche KI-Antworten ist die Qualität der zugrunde liegenden Informationen entscheidend. Inhalte müssen aktuell, strukturiert und eindeutig zugeordnet sein. Das Beispiel vom Anfang zeigt, wie schnell eine veraltete Intranetseite zu einer falschen Auskunft führen kann.

Komplexer wird es, wenn Informationen sich nur scheinbar widersprechen. Stehen an zwei Stellen 30 und 35 Urlaubstage, muss das nicht automatisch ein Fehler sein. Für verschiedene Gesellschaften oder Regionen können unterschiedliche Regelungen gelten. Ob die KI solche Unterschiede korrekt einordnet, hängt unter anderem von eindeutigen Zuordnungen und passenden Berechtigungen ab.

Voraussetzung ist deshalb eine durchdachte Informationsarchitektur, ergänzt um eine kontinuierliche Pflege der Inhalte. Ein solches „Intranet-Gardening“ sorgt dafür, dass Informationen aktuell und verlässlich bleiben. Governance wird so zu einer wichtigen Grundlage für den zuverlässigen Einsatz von KI.

Mehr dazu erfahren Sie im Video: „Microsoft und Staffbase: Wie Unternehmen beide Welten optimal nutzen“. 

Zum Gespräch

Staffbase ergänzt die Kommunikationsperspektive

Eine verlässliche Wissensbasis beantwortet noch nicht die Frage, wie Informationen unterschiedliche Zielgruppen im Unternehmen erreichen. Für die interne Kommunikation geht es zusätzlich darum, Inhalte gezielt auszuspielen, Kampagnen über mehrere Kanäle zu steuern, ihre Wirkung zu messen und auch Mitarbeitende ohne regelmäßigen Zugang zu Teams oder SharePoint einzubeziehen.

Staffbase kann Microsoft 365 in diesen Bereichen ergänzen. Besonders relevant sind vier Aspekte:

  • Mitarbeiter-App: Eine gebrandete App aus dem App Store schafft einen direkten Zugang zur internen Kommunikation. Gerade für Mitarbeitende ohne festen Desktop-Arbeitsplatz kann die Nutzung dadurch niedrigschwelliger sein als über klassische Microsoft-Zugänge.
  • Multichannel-Kommunikation aus einer Quelle: Kampagnen lassen sich zentral steuern und über App, E-Mail, Newsletter oder Digital Signage ausspielen, ohne Inhalte mehrfach pflegen zu müssen.
  • Eigenständigkeit der Kommunikation: Kommunikationsteams können Inhalte und Kampagnen stärker selbst steuern und bleiben damit bei vielen Aufgaben im Lead, statt für jeden Schritt auf die IT angewiesen zu sein.
  • Kommunikations-Analytics und Erfolgsmessung: Während in Microsoft-Umgebungen häufig die Nutzung der Plattform im Vordergrund steht, richtet Staffbase den Blick stärker auf Reichweite und Wirkung der Kommunikation. So lässt sich besser nachvollziehen, welche Inhalte ihre Zielgruppen tatsächlich erreichen.

Auch für den Einsatz von KI kann diese Ergänzung relevant sein. Sollen KI-gestützte Informationen und Services auch Mitarbeitende erreichen, die nicht regelmäßig mit Teams oder SharePoint arbeiten, bietet Staffbase einen zusätzlichen Zugang. Das betrifft etwa Beschäftigte in Produktion, Logistik oder Service. Über eine leicht zugängliche Oberfläche können auch diese Zielgruppen auf KI-gestützte Informationen und Services zugreifen. 

Vier Architektur-Szenarien für unterschiedliche Anforderungen

Wie Microsoft 365 und Staffbase zusammenspielen, lässt sich je nach Ausgangslage unterschiedlich gestalten.

In unseren Intranet Assessments ergeben sich regelmäßig vier Optionen, die sich klar voneinander abgrenzen lassen: 

Szenario 

Aufbau

Geeignet, wenn … 

Microsoft-only

SharePoint als Intranet, Teams übernimmt die Rolle der Mitarbeiter-App.

nahezu alle Mitarbeitenden lizenziert sind und die IT die Plattform steuert.

Staffbase-only 

Staffbase als Frontdoor-Intranet plus App. Bestehende Microsoft-Bausteine werden integriert.

die Kommunikation der Treiber ist und Mobile First im Vordergrund steht. 

Hybrid 

SharePoint bleibt Frontdoor-Intranet, Staffbase ersetzt die News und erreicht über die App zusätzliche Zielgruppen.

Wissen in Microsoft liegt, Kommunikation und Reichweite aber ausgebaut werden sollen. 

Schmaler Ansatz 

News-Austausch plus Multichannel-Kommunikation über E-Mail, Newsletter und Digital Signage – ohne eigene App.

es vor allem um Kampagnensteuerung und Analytics geht.

Ein Intranet Assessment hilft, die Anforderungen systematisch zu erfassen und daraus die passende Architektur abzuleiten.

Das Gespräch zum Thema

Welche Szenarien sich daraus ergeben, welche Faktoren bei einem Intranet Assessment entscheidend sind und welche Rolle KI dabei spielt, erläutern Sven Lindenhahn von Staffbase und Martin Weinhardt von Campana & Schott im Video „Microsoft und Staffbase: Wie Unternehmen beide Welten optimal nutzen“.

Sven Lindenhahn kennt beide Seiten – vor seiner Zeit bei Staffbase hat er selbst SharePoint-Intranets gebaut. Martin Weinhardt leitet bei Campana & Schott den Bereich Employee Experience und verantwortet dort Intranets, Firstline-Worker-Szenarien und KI-Szenarien für die interne Kommunikation. 

Welches Szenario passt zu Ihrem Unternehmen?

Die vier Architekturen sind schnell skizziert. Welche davon trägt, hängt von Faktoren ab, die sich nur im konkreten Fall klären lassen: Treiber, Zielgruppen, bestehende Systemlandschaft und der Reifegrad der Inhalte.

Sprechen Sie mit uns über Ihr Vorhaben