Hi Kathrin, du hast inzwischen über 20 Jahre Erfahrung in der IT-Branche. Wie war dein Einstieg?
Mein Einstieg in die IT war eher ungewöhnlich. Ich komme aus einer Mediziner- und Steuerberaterfamilie, hatte also keinen technischen Hintergrund.
Anfang der 2000er ging es aber los mit dem Internet. Ich fand das damals völlig faszinierend und habe mich, obwohl ich bis dato null Ahnung von IT hatte, für die Studiengänge Unternehmenskommunikation, Medieninformatik und Wirtschaftsrecht eingeschrieben.
Während des Studiums bin ich als Werkstudentin bei T-Systems eingestiegen und habe dort mein erstes Intranet-Projekt begleitet. Später war ich in der Microsoft Business Solutions Unit tätig, habe Cloud-Projekte begleitet und war stark im Pre-Sales unterwegs – immer an der Schnittstelle zwischen Business und IT.
Nach einigen Jahren bin ich in ein Start-up gewechselt – als erste Mitarbeiterin. Nach fast neun Jahren, zwei Elternzeiten und vielen intensiven Erfahrungen war klar: Es ist Zeit für etwas Neues – und so bin ich schließlich bei CS gelandet.
Wie bist du auf CS aufmerksam geworden?
Die Empfehlung für CS kam aus meinem Netzwerk – von zwei Microsoft-Kontakten, die unabhängig voneinander sagten: „Wenn ich heute noch mal wechseln würde, dann zu CS.“ Das war für mich ein starkes Zeichen.
Das hört man sehr gerne! Und es klingt nach einem sehr guten Netzwerk. Hast du denn einen Tipp, wie man sich ein gutes Business Netzwerk aufbaut?
Ich glaube, man muss sich verabschieden von der Vorstellung, dass Netzwerken immer nur auf Veranstaltungen stattfindet oder über klassische „Vitamin-B“-Wege läuft. Das Wichtigste ist, das man selbst aktiv wird. Ein Beispiel: Als ich in meiner vorhergehenden Firma in eine neue Rolle gewechselt bin, habe ich auf LinkedIn gezielt nach Menschen mit ähnlichem Profil gesucht – und sie einfach angeschrieben. Die Offenheit war riesig. Es braucht nur ein bisschen Mut. Und ich mache das auch umgekehrt: Wenn jemand den Austausch sucht, bin ich gerne da.
Hast du noch einen weiteren Tipp für Networking?
Netzwerke funktionieren nur, wenn man sie pflegt und gibt, nicht nur nimmt. Ich nehme mir bewusst Zeit, um mich mit Menschen auszutauschen, auch über Unternehmensgrenzen hinweg. Und ich biete anderen genauso den Austausch an – gerade jüngeren Kolleginnen, die vielleicht noch nicht so gut vernetzt sind.
Gibt es aus deiner Sicht etwas, das beispielsweise weibliche Netzwerke besonders auszeichnet?
Gerade unter Frauen sehe ich oft eine große Offenheit und Bereitschaft, sich gegenseitig zu stärken. Da geht es nicht nur um „Connections“, sondern um echtes Empowerment. Und das macht für mich ein gutes Netzwerk aus: Es bringt dich fachlich weiter – und stärkt dich menschlich.
Über das Networking habe ich auch drei Mentorinnen gefunden, die mich bis heute begleiten.
Bei gleich drei Mentorinnen scheint das Thema Mentoring für dich ebenfalls ein großer Erfolgsfaktor zu sein.
Mentoring war für mich in jeder Phase meiner Karriere ein echter Beschleuniger. Ich hatte das Glück, früh Menschen zu begegnen, die mein Potenzial gesehen und mich gefördert haben – oft ganz informell. Aus ersten Gesprächen wurde regelmäßiger Austausch, später ein echtes Vertrauensverhältnis. Zwei meiner Mentorinnen habe ich bereits vor sehr vielen Jahren kennengelernt und sie begleiten mich bis heute.
Mit ihnen geht es schon lange nicht mehr nur um fachliche Themen. Es ist ein freundschaftliches Verhältnis auf Augenhöhe, in dem ich genauso viel zurückgeben darf, wie ich bekomme. Für mich ist das enorm wertvoll – beruflich und persönlich.
Was sollte ein Mentor:in unbedingt mitbringen?
Der perfekte Mentor oder die perfekte Mentorin ist für mich jemand, der oder die ähnliche berufliche Stationen durchlaufen hat – fachlich, aber auch vom Mindset her. Natürlich spielt auch die persönliche Ebene eine Rolle. Aber es geht vor allem darum, gemeinsam nach vorne zu denken, Erfahrungen zu teilen und Impulse zu geben.
Und wie setzt du deine eigenen Erfahrungen mit dem Thema Mentoring ein, um andere zu unterstützen?
Mir ist es wichtig, das weiterzugeben, was ich selbst erlebt habe. Als ich ein eigenes Team geführt habe, habe ich gezielt meine Kontakte genutzt, um Verbindungen herzustellen. Ich habe geschaut: Wer hat ähnliche Rollen oder Herausforderungen wie jemand aus meinem Team? Und dann bewusst gesagt: „Tausch dich doch mal mit dieser Person aus.“
Ich sehe es als meine Verantwortung, junge Kolleginnen und Kollegen zu vernetzen, ihnen Türen zu öffnen und ihnen Mut zu machen, sich selbst Mentor:innen zu suchen. Manchmal reicht schon ein Anstoß – der Rest entwickelt sich dann oft ganz natürlich.
Hier geht es zu Teil 2 des Interviews: “Beratung braucht mehr Frauen.”
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(unten): Philipp Myke, Alexandra Sagerer, Anne Busch