Von der Nutzung zur Wirkung: Wo Unternehmen bei GenAI heute stehen – neue Studie

Die Deutsche Social Collaboration Studie 2026 zeigt: Generative KI ist in vielen Unternehmen längst im Arbeitsalltag angekommen. Gleichzeitig gelingt es bislang nur wenigen Organisationen, die Technologie systematisch in Wertschöpfung zu überführen. Entscheidend wird, wie gut Strategie, Technologie und Organisation zusammenspielen.

Die Deutsche Social Collaboration Studie 2026 untersucht den Einsatz von Generativer KI im digitalen Arbeitsplatz in deutschen Unternehmen. Sie basiert auf einer Befragung von mehr als 200 Führungskräften aus unterschiedlichen Branchen und betrachtet insbesondere den Reifegrad, die Nutzung sowie organisatorische und strategische Rahmenbedingungen. 

Die Studie wird jährlich von Campana & Schott gemeinsam mit dem Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik | Software & AI Business der Technischen Universität Darmstadt durchgeführt und liefert einen herstellerunabhängigen Überblick über Entwicklungen rund um digitale Zusammenarbeit und den Einsatz neuer Technologien. 

Im Fokus der aktuellen Ausgabe steht die Frage, wie Unternehmen Generative KI bereits produktiv einsetzen, welche strukturellen Herausforderungen einer Skalierung im Weg stehen und unter welchen Voraussetzungen GenAI tatsächlich messbare Wirkung entfalten kann. 

Die folgenden Kernaussagen verdichten die wesentlichen Ergebnisse der Studie – und machen deutlich, unter welchen Bedingungen aus der Nutzung von GenAI auch nachhaltige Wirkung entsteht. 

1. Strategische und organisatorische Einbettung fehlen

Doch der Blick auf die strukturelle Ebene zeigt zugleich deutliche Handlungsfelder. Während die technologische Basis vielerorts solide ausgebaut wird, bleibt die strategische und organisatorische Einbettung hinter der Dynamik der Nutzung zurück. 

GenAI wird häufig eingeführt, bevor klar ist, wie Ziele, Governance, Verantwortlichkeiten und Betriebsmodelle zusammenwirken sollen. Diese Umsetzungs- und Strukturlücke begrenzt die Skalierung, nicht die Technologie selbst. 

2. Mangelhaftes Mitarbeitenden-Enablement

Auch das Enablement der Mitarbeitenden entwickelt sich weniger schnell, als es die wachsende Nutzung suggeriert. Die Bereitschaft, GenAI produktiv einzusetzen, ist hoch, doch Unsicherheiten in Bezug auf Verantwortung, Qualität, Transparenz und Veränderungsdynamiken bestehen fort. 

Ohne gezielte Qualifizierung und Orientierung entsteht ein Spannungsfeld zwischen individueller Experimentierfreude und organisationaler Überforderung. 

3. Skalierung braucht tragfähiges Betriebsmodell

Vor diesem Hintergrund gewinnt die strukturelle Frage der Skalierung an Bedeutung. Einzelne Use Cases funktionieren gut, doch ihr Transfer in Prozesse und Wertschöpfung bleibt selten systematisch. Gefragt sind daher Ansätze, die erfolgreiche Lösungen nicht isoliert betrachten, sondern in standardisierte, wiederverwendbare und governance- feste Bausteine überführen. 

Ziel ist es, die technologische Fortschrittsdynamik in ein tragfähiges und reproduzierbares Betriebsmodell zu überführen, etwa durch Konzepte wie sie zum Beispiel der Ansatz einer Agent Factory verfolgt. 

4. Transparenz über Nutzen ausbaufähig

Schließlich zeigt sich beim Thema Wirkungsmessung noch erheblicher Nachholbedarf. Trotz erster ROI-Nachweise fehlt häufig ein konsistentes KPI‑System, das Effekte zuverlässig abbildet und Entscheidungen absichert. 

Ohne Transparenz über Nutzen, Risiken und Qualität bleibt GenAI anfällig für Fehlwahrnehmungen, sowohl zu euphorisch als auch zu skeptisch.

Fazit:

Der Gesamtbefund lautet daher: Die Entwicklung verläuft insgesamt positiv, doch die strukturelle Professionalisierung hält nicht Schritt. Unternehmen, die jetzt Strategie, Technologie und Organisation konsequent verzahnen, schaffen die Voraussetzungen dafür, dass GenAI nicht nur funktioniert, sondern tatsächlich wirkt – messbar, verantwortungsvoll und nachhaltig.

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