Best Practice

IT – Aktive Gestalterin der Digitalisierung

22.09.2022

Lieferengpässe, hohe Marktdynamik, Fachkräftemangel: Unternehmen müssen flexibel und innovativ agieren können, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu behalten und zu stärken. Die Digitalisierung spielt eine Schlüsselrolle dabei, Innovationen zu ermöglichen – bei Produkten, Services und Geschäftsprozessen. Erforderlich ist dafür ein Wandel des Selbstbilds der IT, damit ihr die Entwicklung vom Dienstleister zur Gestalterin und zum Enabler für das Business gelingt. 

Lange Zeit war die IT nur dafür zuständig, die Systeme am Laufen zu halten. Das reicht heute nicht mehr aus! Da sich die Dynamik des wirtschaftlichen Umfelds kontinuierlich erhöht, stehen Unternehmen vor neuen Herausforderungen – und das Business formuliert ständig neue Anforderungen. Flexibilität und Innovationen sind daher auch in Sachen Infrastrukturen und Anwendungen gefordert. Gleichzeitig müssen Sicherheit und Compliance zuverlässig gewährleistet sein.  

Das lässt sich nicht mehr durch herkömmliche Prozesse erreichen, sondern erfordert eine konsequente Digitalisierung und Transformation. Die Unternehmens-IT sitzt hier am Steuer: Ihr kommt als Treiber der Digitalisierung eine zentrale Rolle zu, um das Unternehmen nicht nur effizient, sondern auch beweglich und innovativ zu halten. Dazu muss sie eine aktive Rolle einnehmen und darf sich nicht länger als reine „Erfüllungsgehilfin“ des Business verstehen. Denn die IT kann durch ihr Know-how Potenziale erschließen, die dem Business nicht bewusst sind. Am besten funktioniert die Transformation jedoch, wenn IT und Business gemeinsam voranschreiten. 

Die IT als Gestalterin

Für ihr neues Selbstverständnis sollte sich die IT vor allem in zwei Rollen sehen: als Gestalterin und als Enabler. In der Rolle der Gestalterin treibt sie selbst die Digitalisierung des Unternehmens voran. Dabei führt sie moderne Infrastrukturen, technische Plattformen und Prozesse ein, um die Flexibilität und Skalierbarkeit zu erhöhen. Dafür sollte auf Basis einer pragmatischen IT-Strategie das Zielbild für die IT-Organisation und die IT-Plattformen sowie die IT-Fähigkeiten abgeleitet werden. Dieses Target Operating Model (TOM) enthält auch einen Fahrplan mit entsprechenden Leitplanken, um die anvisierten Ziele der Operationalisierung zu erreichen. Dabei müssen Strategie und TOM regelmäßig geprüft und stetig an veränderte Rahmenbedingungen angepasst werden. 

Hier stellt sich zuerst die Frage, wie die IT auf eine bestimmte Veränderung prozessual reagieren soll. Das erfordert eine Bewertung der Veränderung und bei Bedarf eine Neubewertung der Priorisierungskriterien und Gewichtung des Projektportfolios. In diesem Fall sind auch Budgetauswirkungen in Zusammenarbeit mit Controlling und Geschäftsführung zu klären. Mit einem agilen Projektportfoliomanagement (PPM) lässt sich eine rollierende Planung realisieren, um schnell auf neue Situationen zu reagieren. PPM liefert Unternehmen einen wichtigen Hebel, um potenzielle Krisen erfolgreich zu meistern. Das gelingt durch die beiden Ansätze Portfolio-/Kostenreduktion einerseits und Portfolioanpassung andererseits. 

Cloudbasierte Dienste unterstützen diese Flexibilität, auch in Kombination mit On-Premise-Strukturen. Denn sie lassen sich schnell an neue Anforderungen anpassen und bieten durch Multi-Cloud oder hybride Lösungen eine sehr hohe Ausfallsicherheit. Moderne cloudbasierte Plattformen ermöglichen zudem die Nutzung neuester Technologien, von KI über Data Analytics bis zu Cybersecurity. Das eröffnet völlig neue Wege, um eine angestaubte Applikationslandschaft zu modernisieren und zu erweitern. Und sich so auch neue Umsatzquellen und Geschäftsfelder zu erschließen. 

Die IT als Enabler

Doch die IT muss nicht alles selbst erledigen. Gerade bei Fachanwendungen und -prozessen wissen meist die Anwenderinnen und Anwender sehr genau, was sie im Alltag benötigen. Über Low-Code- und No-Code-Plattformen kann die IT den Fachabteilungen die Möglichkeit geben, eigenständig Anwendungen zu entwickeln. Dieses Citizen Development reduziert nicht nur die Belastung für die IT, sondern schafft auch Raum für Innovation direkt aus den Fachbereichen heraus. Die IT muss dafür entsprechende Leitplanken definieren. Dabei sind neben Effizienz und Transparenz auch Sicherheit, Compliance und Nachhaltigkeit zu berücksichtigen. So setzen sie einen geeigneten Rahmen, in dem die Fachkolleginnen und -kollegen handeln können. 

Was Sie zusätzlich wissen sollten

Damit die Digitalisierung wirklich Innovationen vorantreibt, sind vor allem folgende Themen wichtig: 

  • Citizen Development ermöglicht es Fachabteilungen, selbstständig Anwendungen zu entwickeln. Das schafft Skalierbarkeit und erhöht die Geschwindigkeit. Mehr dazu gibt es in einem folgenden Fachartikel. 
  • Das Target Operating Model (TOM) stellt die anvisierten Ziele der Operationalisierung dar und erleichtert ihre Umsetzung.  
  • Ein agiles Projektportfoliomanagement (PPM) unterstützt die Auswahl und Periodisierung der richtigen Projekte im Rahmen einer rollierenden Planung, um schnell auf neue Situationen zu reagieren.  
  • Cloudbasierte Dienste erhöhen Flexibilität und Skalierbarkeit. Die einzelnen Schritte der Cloud Journey beschreibt eine kommende Blog-Serie. 
  • Business IT Alignment ist der Schlüssel für eine erfolgreiche digitale Transformation. Den aktuellen Stand bei deutschen Unternehmen zeigt das in Kürze erscheinende Whitepaper „IT am Scheideweg“. 
  • Security und Compliance sind dank aktueller Konzepte keine Innovationshürden mehr. Relevante Lösungen von DSGVO bis Zero Trust erklärt ein folgender Artikel.  

Campana & Schott lebt Technologie und Transformation

Als erfahrener Projektpartner hilft Campana & Schott Unternehmen bei Ihrer Transformation. Dabei behalten die Expertinnen und Experten von Campana & Schott die individuellen Herausforderungen und Chancen im Blick. Sie analysieren den Status quo und finden gemeinsam mit den Kunden intelligente Antworten und Lösungen. Campana & Schott unterstützt die IT beim Vorantreiben der Digitalisierung, bei der Transformation zur Gestalterin und zum Enabler sowie der Zusammenarbeit mit dem Business, um die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft des Unternehmens sicherzustellen. 

Autoren

Kai Wiesmann

Kai Wiesmann

Manager Corporate Development

Sebastian Obermeier

Sebastian Obermeier

Manager

Marc Schäfer

Marc Schäfer

Co-Lead Business Area Future Operations