CEO

Lost in Transformation

24.06.2021

Wie die nächste Stufe des Umbaus aussehen kann.

Ambitionierte Ziele jetzt

Vor Kurzem hat die CS Virtual Conference „Transformation of Business“ mit spannenden Speakern, tollen Insights und einer regen Diskussion stattgefunden. Zu Beginn konnte ich mich in einer anregenden Diskussion mit Carsten Knop austauschen. Das Hauptaugenmerk haben wir auf die Frage gelegt, was Unternehmen und Gesellschaft nun in der Post-Covid-Phase benötigen. 

Die Botschaft ist klar: Jetzt müssen ambitionierte Ziele definiert werden. Warum stockt es im Moment? Hier unsere Sicht zusammengefasst: 

  • Die häufig angesprochene Fehlerkultur in Unternehmen und Verwaltungen fehlt bis heute.   
  • Projekte und Regelungen werden oft bis ins kleinste Detail vorgegeben, jegliche Eventualitäten müssen vorher eliminiert sein. So stehen wir uns selbst im Weg. 
  • Carsten Knop fasste es passend zusammen: „Politik ist nur ein Spiegelbild der Gesellschaft. Wir benötigen mehr Pragmatismus und mehr Risiko. Wenn Personen in der Unternehmensführung eine Entscheidung treffen, müssen sie sich auch Fehler eingestehen, es braucht endlich mal eine Unternehmenskultur, die Fehler zulässt, sodass man aus ihnen lernen kann.“  
  • Mir ging dabei durch den Kopf: mehr ausprobieren, weniger an Fehler denken! 


Nach der Pandemie müssen Unternehmen die Zukunft wieder selbst definieren. Bisher sind viele Unternehmen auf Sicht gefahren. Aber der Nebel hat sich gelegt. Jetzt geht es um Weitsicht – wir wollen klären, wohin in Zukunft die Reise geht. Dazu brauchen wir jetzt neue Unternehmensmissionen mit weitgesteckten, ambitionierten Zielen. Das gilt für Unternehmen und für den Staat gleichermaßen: Ambitionierte Ziele, die uns zu mutigen Maßnahmen führen, die uns langfristig weiterbringen und für die wir zusammen Lösungsansätze entwickeln, die Abläufe in Alltag und Gesellschaft umfassend verändern. Ambitionierte Ziele werden die Menschen, als Mitarbeitende und als Bürgerinnen und Bürger, begeistern und für eine Aufbruchstimmung nach der Covid-Phase sorgen. Dieses Denken leitet nicht nur singulär das Thema Digitalisierung und digitalen Wandel. Das Thema, das uns dringend und direkt in Politik und Wirtschaft beschäftigen wird, ist Nachhaltigkeit. 

Nachhaltigkeit jetzt

Meine persönliche Anregung ist, Nachhaltigkeit nicht primär über Regulierung oder Verbote zu verstehen. Ich selbst sehe Nachhaltigkeit vor allem als Treiber für Innovationen. Wichtig ist mir, Nachhaltigkeit als Chance zu verstehen. Eine sinnvolle, ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie kann den entscheidenden Wettbewerbsvorteil bringen. Hier sollten wir nicht warten, bis die Politik handelt, sondern als Unternehmen entschlossen voranschreiten. 

Beispiel Produktherkunft: angefangen von Lieferketten- und Produktkennzeichnungen bis hin zur ganzheitlichen Transparenz. Das alles muss nicht lästige Pflicht sein, sondern kann als Kundennutzen ausgespielt werden. Dann ist der Kunde bereit, dafür extra zu bezahlen. Der Erfolg des Fair-Trade-Siegels ist nur ein Beleg unter vielen. 

Die Relevanz von Nachhaltigkeitsstrategien wird auch im bald erscheinenden Future IT Report mehr als deutlich – hier zeigt sich: Schon zwei Drittel aller befragten Unternehmen haben definierte Nachhaltigkeitsziele. Über 80 % der Befragten gaben an, dass die IT das Erreichen der Nachhaltigkeitsziele vereinfacht. Allerdings: Über die Hälfte der Unternehmen geben an, dass IT-Ziele und Nachhaltigkeitsziele heute noch nicht zusammengedacht und zusammengebracht werden. 

CS Virtual Conference: Impulse für mehr digitale Innovation in Unternehmen

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Fazit

Geschäftsmodelle müssen zukünftig zugleich digital und nachhaltig werden. Unternehmen, die beides kombinieren, werden die „Nase vorn haben“. Eine Empfehlung zum Schluss: Bei allen Transformationsprozessen muss Nachhaltigkeit schon im Kern mitgedacht und eingebracht werden.

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