26.04.2023

Social Collaboration Studie 2023

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit - Unternehmen stecken mitten in der Digitalisierung des Arbeitsplatzes

 

  • Büro-Mitarbeiter:innen wollen je etwa zur Hälfte im Büro und remote arbeiten
  • Bedürfnis nach Flexibilität von Generation Z bis zu Babyboomern ähnlich hoch
  • Der digitale Arbeitsplatz erhöht die Chancen, Mitarbeiter:innen zu halten und zu gewinnen

Drei Jahre nach dem ersten Lockdown betonen viele Stellenanzeigen die Möglichkeit für Homeoffice, und hybride Arbeitsweisen haben sich etabliert – möchte man meinen. Doch die Deutsche Social Collaboration Studie 2023 von Campana & Schott und der TU Darmstadt zeigt, dass die Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz noch nicht so weit sind wie gedacht. So ist erst in jedem dritten Unternehmen die Einführung des digitalen Arbeitsplatzes weitgehend abgeschlossen. Bei ebenso vielen sind entsprechende Projekte zumindest angelaufen. Das restliche Drittel befindet sich dagegen erst in der Planungsphase oder hat noch keine Pläne. Demnach stecken die Unternehmen mitten in der Digitalisierung.

Positive Employee Experience durch Digitalisierung

Betrachtet man die Unternehmenskultur, so besteht jedoch noch eine Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Besonders groß ist die Differenz bei der transparenten Kommunikation (5,98 zu 4,46), der Weiterbildung (5,81 zu 4,76) und der Unternehmensvision (5,45 zu 4,56). In allen Bereichen verbessert ein digitaler Arbeitsplatz die Werte für die Zufriedenheit mit dem Status quo.

Wunsch und Wirklichkeit bei Information Workern

Die Studie unterscheidet zwischen Mitarbeiter:innen, die hauptsächlich am Computer tätig sind (Information Worker), sowie denjenigen, die ihre Tätigkeit nicht vorwiegend am Computer ausüben (zum Beispiel in der Fertigung und Produktion: Frontline Worker). Von den Information Workern möchten 34 Prozent etwa zur Hälfte im Büro und remote arbeiten, 32 Prozent überwiegend remote und 11 Prozent hauptsächlich im Büro. Nur 7 Prozent wollen vollständig im Büro, aber auch nur 16 Prozent komplett remote tätig sein. Dabei gibt es keine großen Unterschiede zwischen den Geschlechtern oder Generationen. Die Bedürfnisse nach Flexibilität scheinen von der Generation Z bis hin zu den Babyboomern also ähnlich zu sein.

Die Realität zeigt ein anderes Bild: 16 Prozent arbeiten vollständig und 22 Prozent überwiegend im Büro. Dabei schätzen sie die Vorteile von Hybrid und Remote Work wie bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie (76,3 %) und persönliches Wohlbefinden (59 %). 

Nachholbedarf jenseits der Schreibtische

Frontline Worker können zwar häufig nicht hybrid tätig sein, da ihre Arbeitsprozesse ortsgebunden sind, aber die Vorteile des digitalen Arbeitsplatzes zeigen sich auch bei ihnen. Der durchschnittliche Fortschritt des digitalen Arbeitsplatzes liegt hier bei 2,45 auf einer Skala von 1 bis 4. Damit ist er geringer als bei den Information Workern (2,95). 

Insbesondere das Wohlbefinden steigert sich bei Frontline Workern mit Fortschritt des digitalen Arbeitsplatzes recht deutlich. Zudem stimmen mehr als 86 Prozent zu, dass eine transparente Unternehmenskommunikation und Führungskräfte als Vorbild wichtig sind, um die Attraktivität als Arbeitgeber zu erhöhen. 

Unternehmen profitieren vom digitalen Arbeitsplatz

Laut der Studie können auch Unternehmen auf vielfältige Weise vom digitalen Arbeitsplatz profitieren. Er fördert insbesondere die Zusammenarbeit und Kommunikation über die Grenzen verschiedener Teams und Abteilungen hinweg (5,04 auf einer Skala von 1 bis 7). Zudem stellt er einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil dar, um neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen und bisherige zu halten. Der digitale Arbeitsplatz hilft auch dabei, bessere Entscheidungen zu treffen, den Austausch zu innovativen Ideen voranzutreiben und die Agilität im Unternehmen zu fördern.