Culture

Der Weg von der Baubranche ins Infrastruktur-Projektmanagement.

20.10.2022

Interview mit unserer Managing Consultant Ann-Kathrin Dichhardt über ihren Weg von der Baubranche in die Beratung, neue Technologien und ihr Ratschlag für junge Absolvent:innen.

Ann_Kathrin Dichhardt

Hi Ann-Kathrin, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für dieses Interview genommen hast und uns mehr über Deinen Job als Beraterin im Infrastrukturbereich erzählst.

Erzähl uns daher bitte zum Einstieg kurz mehr über Deinen Werdegang und was Dich damals zu CS geführt hat.

Sehr gern! Ich habe Architektur im Bachelor studiert und meinen Master in Baumanagement [Wirtschaftsingenieurwesen Bau] berufsbegleitend abgeschlossen.

Bei CS bin ich seit 3,5 Jahren. Bevor ich zu CS kam und meinen Schwerpunkt auf Infrastrukturprojekte gelegt habe, war ich bei einem mittelständischen Generalunternehmer für Industrie- und Gewerbebau tätig. Dort habe ich als Planerin in den verschiedensten Projekten die Kunden von der Planung bis hin zur schlüsselfertigen Übergabe begleitet. Neben den klassischen Aufgaben der Entwurfs- und Ausführungsplanung, war ich gemeinsam mit dem Einkauf für die Ausschreibung und Vergabe verantwortlich wie auch für die gesamte Koordination der Fachplaner:innen.

Gemeinsam mit den Bauleiter:innen war ich zudem für die Überprüfung der umgesetzten Planung auf der Baustelle sowie die Übergabe der Revisionsunterlagen an den Kunden zuständig.

Bereits im Studium und anschließend auch in der Arbeitswelt hat mich das Thema Digitalisierung in der Baubranche sehr interessiert. Hier gibt es sehr viel Potenzial, was zum einen die Projekte effizienter und effektiver gestaltet, zum anderen aber die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten vereinfacht.

 

Warum hast Du Dich damals für den Weg in eine Beratung entschieden?

Nach einer gewissen Zeit und ein paar Jahren Berufserfahrung stand ich dann vor der ‚klassischen‘ Wahl: Möchte ich in die Bauleitung gehen oder vielleicht doch noch einmal etwas Neues ausprobieren?

Bei mir fiel die Wahl auf Veränderung. Ich wollte auf jeden Fall mehr sehen als die klassischen Hochbauprojekte. Und ehrlicherweise auch noch andere Branchen als die Baubranche kennenlernen.

Neben der Möglichkeit unterschiedliche Branchen und Unternehmen kennenzulernen, war ein weiterer Grund eine steilere Lernkurve zu haben und mir neue Fähigkeiten anzueignen.

Wo geht das besser als in einer Beratung?

 

Und wie bist Du auf uns gestoßen?

Ganz klassisch über eine Stellenanzeige. Ich habe mir im Internet verschiedene Stellenbeschreibungen von Beratungen aus der Baubranche aber auch übergreifenden Projektmanagementberatungen angeschaut und mich beworben.

Ausschlaggebend für CS war für mich dann das Bewerbungsgespräch. Ich habe gemerkt, dass gleich ein ‚Draht‘ da war. Es war empathisch, familiär und das Gesamtpaket aus Reisen, Entwicklungsmöglichkeiten und Team Spirit passte für mich. Außerdem stand für mich fest, dass ich in keine große Beratung wollte, sondern lieber zu einem Mittelständler.

 

Was macht den Job in einer Beratung so interessant?

Im Rahmen der Beratungsmandate bei unseren Kunden im Infrastrukturbereich hat sich für mich gezeigt, dass wir als “Externe” die Möglichkeit haben, deutlich mehr zu bewegen als die “klassischen” internen Mitarbeitenden.

Dabei geht es weniger um die fachlichen Aspekte oder die Tätigkeiten. Klassische ‚operative‘ Tätigkeiten, wie die Steuerung der Terminpläne und Koordination der Projektbeteiligten, würde ich in einem Bauunternehmen genauso machen.

Aber als Berater:innen haben wir die Möglichkeit, viel offener Prozesse zu hinterfragen, den Kunden zu „challengen“ und häufiger mal die Frage nach dem WIESO zu stellen.

Um dann aber auch konstruktive Lösungen anzubieten, die gemeinsam mit dem Kunden diskutiert und umgesetzt werden.

Hast Du hier ein konkretes Beispiel?

Nehmen wir als Beispiel das Thema Projekt-Reporting.

Besonders, wenn das Reporting für viele verschiedene Stakeholder erstellt wird, passiert es häufig, dass die Inhalte gleich sind, jedoch das Reporting-Format ein anderes ist. Oder es fehlt an einer zentralen Datenbank, aus der die Informationen gezogen werden können. Dies führt neben einer redundanten Arbeit bei der Erstellung des Reporting auch zu intransparenten und inkonsistenten Inhalten.

Besonders wenn wir neu auf Projekte kommen, haben wir im Rahmen unseres Beratungsmandats einen frischen Blick auf die Arbeitsabläufe und Organisation der Prozesse. So können wir unbefangen mit allen Projektbeteiligten über die aktuellen Prozesse sprechen.

Gleichzeitig können wir mit unserem Know-how, das wir durch Erfahrungen von anderen Kundenprojekten haben, aber auch durch Wissen anderer CS-Kolleg:innen, dem Kunden bei Bedarf Verbesserungsvorschläge unterbreiten. Hierbei darf man nie den Blick darauf verlieren, wie viel Veränderung der Kunde bereit ist einzugehen.

So war in dem oben genannten Reporting-Fall der erste Schritt eine zentrale Datenbank aufzubauen und ein einheitliches Template, das für alle Stakeholder genutzt werden konnte. Nachdem der Kunde mit den “kleineren” Änderungen bereits einen deutlichen Mehrwert erkennen konnte, hatten wir die Möglichkeit im zweiten Schritt, die genutzten Tools grundsätzlich zu hinterfragen und durch andere Tools zu ersetzen, die die Reporting-Prozesse weiter automatisieren.

Im Endeffekt konnte der zeitliche administrative Aufwand des Reportings dadurch deutlich gesenkt werden und die Kolleg:innen beim Kunden sowie der Kunde selbst waren zufriedener.

Was, um noch einmal kurz auf die Frage oben zurückzukommen, übrigens auch ein großer Vorteil einer Beratung ist: Man hat den Austausch mit sehr vielen anderen Berater:innen.

Diese haben unterschiedliche Hintergründe, zum Beispiel aus dem Changemanagement oder der IT, und viele unterschiedliche Kundenerfahrungen.

Man nimmt aus diesen Gesprächen unheimlich viel mit und kann das Wissen wiederum bei den eigenen Kunden anwenden.

 

Wo wir gerade über das Thema „Wissensaufbau“ sprechen, Du hast erst neulich eine BIM-Zertifizierung gemacht. Was kann man sich, auch als nicht Bauingenieur: in, darunter vorstellen?

BIM ist die Abkürzung für „Building Information Modelling bzw. Management“. Die Zertifizierung ist tatsächlich sehr bauspezifisch und hilft mir bei meinem derzeitigen Kunden sehr weiter.

Um das Ganze an einem Beispiel etwas griffiger zu machen:  Bei BIM handelt es sich um eine Arbeitsmethode bzw. einen ganzheitlichen Prozess zum Erstellen und Verwalten von Daten und Informationen für ein Bauvorhaben. Kurz: ein digitales Datenmodell.

Ausgangsbasis ist hierbei die Erstellung eines 3D-Modells, das im Verlauf der Projektphase um Informationen zu Materialmenge, Zeit und Kosten ergänzt wird.

Anhand dieses BIM-Modells können vor dem ersten Spatenstich Simulationen durchgeführt werden, zum Beispiel über den Baufortschritt, Kosten oder weitere Abhängigkeiten.

Ist das Modell einmal in den Betrieb überführt, kann man im besten Fall zum Beispiel mit einem Klick herausfinden, wann welche Bauteile ersetzt werden müssen oder welche Lieferanten an welchem Bauabschnitt beteiligt waren. In der immer noch sehr ‚Papier lastigen‘ Baubranche ist das ein wirklich großer Schritt nach vorne.

Ich bin froh, dass CS mich hier unterstützt und flexibel und unbürokratisch diese wirklich sehr fachspezifische Weiterbildung ermöglicht hat.

 

Zum Schluss: Welchen Ratschlag würdest Du jungen Absolvent:innen geben, die sich für den Einstieg in einer Beratung interessieren?

Wenn man sich für den Einstieg in einer Beratung interessiert, dann würde ich raten, sich dort erst einmal breit aufzustellen. Bei einer Beratung wie CS wären zum Beispiel Projektmanagement-Skills, die man hier selbstverständlich erst einmal vermittelt bekommt, das Fundament. Auf dieser Basis würde ich dann versuchen, in möglichst viele unterschiedliche Branchen, Kunden oder Aufgabenfelder zu gehen. Was vielleicht im ersten Moment nicht so attraktiv wirkt, kann sich schnell als ein sehr spannendes Thema herausstellen.

Wenn man die Basics beherrscht, kann man diese mit der eigenen Expertise, die man im Studium erlangt hat, kombinieren und ausbauen.

Generell würde ich dazu raten: Legt die Scheuklappen ab. Im Studium hat man häufig ein sehr konkretes, vielleicht auch idealisiertes, Bild von einem späteren Beruf. In der Praxis merkt man aber, dass es rechts und links auch noch interessante Jobs gibt, die vielleicht sogar besser zu einem passen.

Die Leidenschaft für bestimmte Themen entdeckt man also manchmal auch erst auf den zweiten Blick. Daher bleibt neugierig, offen und interessiert.

 

Vielen Dank für das Interview, Ann-Kathrin.

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